Patientenorientierte Versorgung (unit dose)
Die patientenorientierte Versorgung mit Arzneimitteln beschränkt sich derzeit auf feste orale Arzneiformen, wie Tabletten, Kapseln oder Dragees. In unmittelbarem Zusammenhang damit steht die Medikamentenanamnese. In einem Pilotprojekt mit der Klinik für Allgemeinchirurgie wird der Medikamentenstatus bei der Aufnahme durch einen Apotheker/eine Apothekerin aus unserem Institut erhoben und eventuelle Änderungen oder Besonderheiten mit dem Patienten besprochen. Dies führt zu einer besseren Information der Patienten sowie einer Entlastung der Ärzte und des Pflegepersonals. Nach dem äußerst positiv verlaufenen Test streben wir an, dieses Verfahren zumindest für alle operativen Fächer zu etablieren.
Die erhobenen Daten werden auf der Station oder zum Teil im Patientenmanagement erfasst und per EDV an uns weitergeleitet. Nach nochmaliger Überprüfung und Klärung eventueller Unstimmigkeiten werden die Arzeimittel für die Patienten, getrennt nach Einnahmezeitpunkten, in transparente Folien gepackt auf denen folgende Angaben aufgedruckt sind:
Nach der Endkontrolle durch einen Apotheker/Apothekerin gelangen die so verpackten Arzneimittel auf die Station zum Patienten.
Zentrale Zytostatikazubereitung
Die Bestandteile von Zytostatikamischungen zur Behandlung von Krebserkrankungen sind hochsensible Substanzen, die zur Sicherheit von Patienten und Personal strengen
Qualitätsanforderungen unterliegen. Wir verfügen auf diesem Gebiet über eine15-jährige praktische Erfahrung. Konsequenterweise ist unser Institut anerkannte Weiterbildungsstätte für Onkologische Pharmazie. Es versteht sich von selbst, dass alle in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter/innen bestens geschult und regelmäßig weitergebildet werden.
Die Erfassung der Behandlungsschemata und der Begleitmedikation wird von den Ärzten auf der Station bzw. in der Ambulanz elektronisch vorgenommen und an unsere Zytostatikaabteilung gesendet. Hier erfolgt nochmals ein abschließender Check auf Plausibilität, bevor der individuelle Arbeitsplan erstellt und die Zubereitung in
besonderen Räumlichkeiten unter einer Sicherheitswerkbank fertiggestellt wird. Ein permanenter Kontakt mit Ärzten und Pflegekräften ist unerlässlich.
Der Transport zu den anwendenden Stellen erfolgt zeitnah über einen gesonderten Transportdienst.
Antibiotika-Therapie
Eine effektive Antibiotikatherapie ist eine wichtige Säule bei der Behandlung von Infektionen im Krankenhaus. Dabei geht es nicht nur darum das optimal wirksame
Antibiotikum zu finden, sondern auch Resistenzbildung zu vermeiden und die entstehenden Kosten im Blick zu haben.
Hier sind die Leitlinien der Fachgesellschaften, aber auch hausinterne Empfehlungen nützlich und hilfreich. Basierend auf der spezifischen Erregersituation im Klinikum wurde ein solcher Leitfaden gemeinsam mit den Klinikdirektoren, Mikrobiologen und einem externen Experten erarbeitet. Er ist für alle Ärztinnen und Ärzte im Intranet einsehbar und weist neben den für die entsprechende Erkrankung typischen Erregern auch Therapiealternativen und die jeweiligen Tagestherapie-Kosten aus. Alle Antibiotika-Verordnungen werden in unserem Institut vor der Abgabe gesichtet und ggf. nochmals mit den Therapeuten besprochen. Hierbei werden neben der Mikrobiologie z.B. auch die Entzündungsparameter und Leber- und Nierenfunktion berücksichtigt.
Künstliche Ernährung über die Vene
Nach operativen Eingriffen oder bei bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kann eine künstliche Ernährung notwendig sein. Nach ärztlichen Anfragen oder Vorgaben bereiten wir individuell für den Patienten geeignete Lösungen zu, unter Einhaltung strenger Qualitätsrichtlinien. Wir fertigen nicht nur Regime für Erwachsene, sondern auch für Neugeborene, Säuglinge und Kinder an. Die Mischung erfolgt aseptisch in Abfüllungen, die über 24 Stunden infundiert werden können. Hierdurch wird ein häufiger Wechsel der Infusionsbehältnisse vermieden, was einerseits das Pflegepersonal entlastet jedoch primär unter hygienischen Aspekten von Vorteil ist.
Weitere Aufgabenfelder
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Beantwortung der fachlichen Anfragen von Ärzten und Pflegekräften
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Pharmakologie-Unterricht für die Auszubildenden an der Krankenpflegeschule
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Weiterbildungsveranstaltungen
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"Stationsbegehungen" (Prüfung der sachgerechten Lagerung, Haltbarkeit der Arzneimittel, Kommunikation mit den Pflegekräften)
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Herstellung von Spezialrezepturen
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Einkauf von Arzneimitteln unter Abwägung des Kosten/Nutzen-Verhältnisses