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Leistungsschwerpunkte

Auch wenn Sie uns während Ihres Krankenhausaufenthaltes nicht unmittelbar wahrnehmen: die Apotheker des Instituts sind als Fachleute für alle Arzneimittel in enger Zusammenarbeit mit den Ärzten an vielen Prozessen Ihrer Behandlung beteiligt.

Folgerichtig beschränkt sich unsere Tätigkeit nicht nur auf die Beschaffung und Vorratshaltung von Arzneimitteln.

Patientenorientierte unit dose-Versorgung

Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, haben die klinischen Pharmazeuten des Instituts bei festen oralen Arzneimitteln (Tabletten, Kapseln, etc.) einen Ablauf entwickelt, der eine fehlerhafte Versorgung der Patienten nahezu ausschließt:

 

Die Zusammenstellung der Medikamente erfolgt zentral und elektronisch gesteuert. Nach Prüfung und Klärung eventueller Unstimmigkeiten werden die Arzeimittel für jeden Patienten individuell, getrennt nach Einnahmezeitpunkten, mittels EDV-Unterstützung durch einen Automaten (Baxter FDS 330) in transparente Folien gepackt, auf denen folgende Angaben aufgedruckt sind:

Nach der Endkontrolle durch einen Pharmazeuten gelangen die so verpackten Arzneimittel auf die Station bis zum Patienten.



  • Patientenname
  • Aufnahmenummer
  • Station und Zimmernummer
  • Arzneimittelname
  • Einnahmehinweise
  • Einnahmezeitpunkt (morgens, mittags, abends, nachts etc.) oder Uhrzeit

ABS (Antibiotic Stewardship)

Die Behandlung von Infektionskrankheiten wird zunehmend durch das Auftreten bakterieller Resistenzen erschwert. Seit Jahren verstärkt sich der Trend, dass immer resistenteren Erregern immer weniger neue antiinfektive Wirkstoffe gegenüberstehen. Nur durch eine sinnvolle Auswahl und Dosierung der zur Verfügung stehenden Antibiotika sowie eine adäquate Therapiedauer kann diesem Umstand entgegen gewirkt werden.


Die Pharmazeuten des Instituts bilden zur Bewältigung dieser Aufgabe gemeinsam mit den Infektiologen und Mikrobiologen ein interdisziplinäres ABS (Antibiotic Stewardship)-Team, das auch zur Wahrung zukünftiger Behandlungsqualität und Patientensicherheit Strategien zum rationalen und verantwortungsbewussten Einsatz von antimikrobiellen Substanzen entwickelt und umsetzt.

 

Alle (parenteralen) Antibiotika-Verordnungen werden in unserem Institut vor der Abgabe gesichtet und ggf. nochmals mit den Therapeuten besprochen. Als Grundlage dienen die hauseigenen Therapieempfehlungen und Fachpublikationen sowie bakteriologische Befunde und Daten der Klinischen Chemie (z.B. Entzündungsparameter, Leber- und Nierenwerte). Halbjährlich referiert eine Mikrobiologin unseres Labors zur aktuellen Erregersituation im Klinikum, schwerpunktmäßig zu Problemkeimen (MRSA, VRE, ESBL etc.).

Parenterale Ernährung

Nach operativen Eingriffen oder bei bestimmten Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes kann eine künstliche Ernährung per Infusion notwendig sein. Nach ärztlichen Vorgaben bereiten wir hierfür individuell für den Patienten geeignete Lösungen zu (=Mischbeutel). Dies geschieht unter streng kontrollierten hygienischen Bedingungen in einem speziellen Reinraum.

 

Auch um den Heilungs- und Wachstumsprozess unserer kleinsten Patienten, den Früh- und Neugeborenen auf der Kinderintensivstation, zu unterstützen, werden Ernährungslösungen im Institut hergestellt. Der Einsatz einer computergesteuerten Mischpumpe sorgt hierbei für höchste Genauigkeit und Sicherheit.

 

Folgende Gründe haben uns dazu bewegt, im Institut für Klinische und Onkologische Pharmazie Mischbeutel für Kinder und Erwachsene herzustellen:

Um die hygienisch einwandfreie Zubereitung zu gewährleisten führen wir routinemäßig mikrobiologische Untersuchungen (Agarplatten, Nährmedien) durch.

  • Möglichkeit, individuelle, maßgeschneiderte Mischungen für die Patienten herzustellen
  • Entlastung des Pflegepersonal durch Einsatz der Mischbeutel (Laufzeit 24 h)
  • Einhaltung von Hygienestandards und damit Reduzierung des Kontaminationsrisikos
  • Einsatz von geschultem Personal
  • Verbesserte Übersicht über die vielfältigen Infusionsregime des Klinikums
  • EDV-dokumentierte Herstellung
  • Mikrobiologische Überprüfung der Lösungen

Zytostatikazubereitung

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Bei der Chemotherapie zur Behandlung von Krebserkrankungen kommen Zytostatika zum Einsatz. Diese hochsensiblen Substanzen, die das Zellwachstum bzw. die Zellteilung hemmen sollen, werden individuell für jede Therapie zusammengestellt. Zur Sicherheit von Patient und Personal unterliegt diese Aufgabe strengen Qualitätsanforderungen und bedarf entsprechend ausgebildeter und erfahrener Mitarbeiter.

 

Mit fast 20-jähriger praktischer Erfahrung in der Zytostatikazubereitung ist unser Institut anerkannte Weiterbildungsstätte für Onkologische Pharmazie. Wir stellen im Jahr ca. 20.000 applikationsfertige Zubereitungen her.

 

Ziel der zentralen Zubereitung von Zytostatika ist eine therapiegerechte, zeitnahe, sichere und kostensparende Versorgung der onkologischen Patienten. Zytostatika sind hochwirksame Medikamente, die u.a. zur Behandlung von Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Die Zubereitungen werden nach ärztlicher Verordnung, patientenindividuell dosiert, hergestellt. Hierbei müssen sehr hohe Anforderungen an die Hygiene bzw. Asepsis einerseits, als auch an den Schutz des Herstellungsteams (1 Apotheker/in, 3 Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen) gestellt werden. Aus diesen Gründen werden die Zytostatika in einem speziell dafür vorgesehenen Raum in zwei Laminar-Air-Flow Sicherheitswerkbänken nach DIN 12980 zubereitet. Dieser Raum darf nur in entsprechender Reinraum-Kleidung über eine Schleuse betreten werden. Die korrekte Zubereitung wird während des Herstellungsprozesses durch das von uns angewandte "Vier-Augen-Prinzip" mehrfach kontrolliert und dokumentiert.

Ein besonderes EDV-Programm (Zenzy®) unterstützt uns maßgeblich bei der Arbeit. Die Onkologen nutzen dieses EDV-Programm ebenfalls zur Verordnung der Zytostatika einerseits, als auch als Informationsquelle und Datenbank andererseits. Die ärztlichen Verordnungen werden online in die Zytostatika-Abteilung übermittelt.

Um die hygienisch einwandfreie Zubereitung der Zytostatika zu gewährleisten, führen wir regelmäßig mikrobiologische Untersuchungen durch (Agarplatten, Nährmedien), die im Synlab-Labor untersucht und ausgewertet werden.

Die applikationsfertigen Zubereitungen werden in geeigneten Behältnissen zeitnah durch einen besonders dafür eingewiesenen Transportdienst zur anfordernden Stelle gebracht.

Weitere Aufgaben

  • Die klinischen Pharmazeuten sind aktiv in die Ausbildung der Krankenpflegeschüler im Fach Pharmakologie eingebunden.

  • Das Institut erstellt regelmäßig Verbrauchsanalysen und berät Fachkliniken und Controlling hinsichtlich der Budgetplanung.

  • Darüber hinaus versorgt das Institut die Stationen und Funktionseinheiten im Klinikum mit Infusionslösungen, Präparaten zur Haut- und Schleimhautdesinfektion, Narkose- und OP-Bedarf und mit Röntgenmitteln.