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Prostatakarzinom

Der Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland überhaupt. 25,4% aller männlichen Krebsbefunde beziehen sich auf die Prostata. Pro Jahr erkranken etwa 58.000 Männer an einem Prostatakarzinom, rund 12.000 sterben daran. Die Vorsteherdrüse hat die Form einer dicken Kastanie mit einer medianen Eindellung und zwei gleich großen Seitenlappen. Sie trägt maßgeblich zur Spermabildung bei. Wie ein Ring umschließt sie den hinteren Teil der Harnröhre unterhalb der Harnblase. Der Alterungsprozess, die androgene Stimulation, die Vererbung und die Ernährung sind wichtige Risikofaktoren für die Entstehung. Etablierte Verfahren zur Früherkennung sind die digital-rektale Tastuntersuchung der Prostata (DRU), die transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS) und die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA-Wert) im Serum. Bei Karzinomverdacht schlägt die Klinik für Urologie dem Patienten eine unter lokaler Betäubung ausgeführte, Ultraschall-kontrollierte Stanzbiopsie mit mindestens zehn bis zwölf Gewebeproben vor.

Das Prostatazentrum Leverkusen

Die Klinik für Urologie gibt ihren Patienten Brief und Siegel für exzellente medizinische Qualität. Seit 2006 ist die Klinik gemeinsam mit den niedergelassenen Zentrumspartnern nicht nur nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert, sondern auch zertifiziertes Prostatazentrum. Die Urologie im Klinikum Leverkusen war seinerzeit die erste Einrichtung in Deutschland überhaupt, die das Qualitätssiegel „Zentrum für Excellenz im DVPZ“ (Dachverband für Prostatazentren in Deutschland e.V.) erhielt. 2009 wurde die Klinik - wiederum als erste in Deutschland - rezertifiziert (DIN EN ISO 9001:2008). Alle PCa-Behandlungen des Prostatazentrums folgen den neuen S3-Leitlinien "Prostatakarzinom" für Ärzte und der daraus abgeleiteten Version für Patienten. Damit bietet das Prostatazentrum jedem Patienten leitliniengetreue Diagnostik und Therapie.


Diese Standards beinhalten unter anderem interdisziplinäre Indikationsstellungen bei Krebs, sämtliche gängige Diagnose- und Therapieverfahren für alle Erkrankungen der Prostata (gutartige und bösartige), Mindestfallzahlen, aber auch eine kritische Beleuchtung aller relevanten Klinikabläufe. Ein komplexes Qualitätsmanagementsystem garantiert den Patienten stets eine optimale Betreuung.


Einen besonderen Leistungsschwerpunkt hat die Klinik für Urologie in der modernen Diagnostik und Therapie gut- und bösartiger Prostataerkrankungen gelegt. Das Gros der Prostatakrebspatienten unterzieht sich mittlerweile der minimalinvasiven, roboterassistierten Entfernung der Prostata, der daVinci®-Prostatektomie. Aber auch das HistoScanning® ist Teil der klinischen Routine in der Klinik für Urologie.


Die Klinikumsurologen pflegen eine intensive, interdisziplinäre Kooperation mit Onkologen, Strahlentherapeuten, Pathologen und niedergelassenen Urologen. Interdisziplinäre Fallbesprechungen gehören seit langem zur klinischen Routine. Dabei geht es auch um postoperative Ergebnisse und Empfehlungen für die weiterführende Therapie und Nachsorge.

Das HistoScanning®

Eine erweiterte Diagnostik ist bei Verdacht auf bösartige Prostataerkrankungen mithilfe des HistoScanning®-Systems möglich. Wenn der PSA-Wert trotz erster unauffälliger Probe erhöht bleibt, ist diese Zusatzuntersuchung vor einer erneuten Biopsie sehr sinnvoll. Um Zweifel in mehr Gewissheit zu verwandeln, bietet die Klinik für Urologie dieses System als vertraglich vereinbarte Zuzahlungsleistung oder reine Privatleistung an.

Die Zweitmeinungssprechstunde

Unsere Prostatakarzinompatienten können die Expertise der Klinik für Urologie für Zweitmeinungsgespräche nutzen. Mittwochs ab 14:00 Uhr stehen die Oberärzte der Klinik für Urologie in der Zweitmeinungssprechstunde zur Verfügung, um mit den Patienten über ihre Erkrankung und die beste Therapie zu sprechen. 

 Termine über das Patientenmanagement

Active Surveillance

Gut abgrenzbare Prostatakarzinome haben unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen eine exzellente Prognose und zwar unabhängig davon, ob sie behandelt werden oder nicht. Lange Zeit wurden auch diese Patienten invasiv therapiert. Im Trend moderner, schonender Behandlungsverfahren liegt die aktive Überwachung, bei der Übertherapie vermieden wird. Der Urologe kontrolliert regelmäßig und wartet ansonsten ab, ohne dem Patienten zu schaden. Vor allem die radikale Prostataentfernung hat oft Folgewirkungen wie Inkontinenz und Impotenz, die mithilfe der AS vermieden oder zumindest aufgeschoben werden können.

da Vinci®-Prostatektomie

Die operative Entfernung der Prostata ist ein Muster für die Entwicklung minimal-invasiver Behandlungsverfahren in den vergangenen Jahren. Der offenen radikalen Prostataentfernung folgte die blutungsärmere und weniger invasive laparoskopische Prostataentfernung und schließlich die Kombination der "Schlüssellochchirurgie" mit robotischer Operationsführung. Diese da Vinci®-Prostatektomie minimiert Inkontinenz und Impotenz. Im Prostatazentrum des Klinikums Leverkusen operiert ein erfahrenes und mehrfach zertifiziertes Expertenteam, bei dem sie in den besten Händen sind. Vom Computerarbeitsplatz aus steuert der Operateur die Instrumente mit größter Präzision und Sicherheit und ohne die natürlichen Zitterbewegungen der Hände. Es läuft kein automatisches Computerprogramm ab, sondern der Operateur steuert jede Bewegung unter höchster Kontrolle. Durch zehnfache Vergrößerung in naturgetreuer, dreidimensionaler Form hat der Urologe beste Einsicht in das Operationsfeld. Es ist ein sehr präziser Eingriff, der nur kleine Operationsnarben hinterlässt. Die Schmerzen sind sehr gering, ebenso Blutverlust und Infektionsgefahr. Mittlerweile werden ca. 90% aller Prostataentfernungen in Leverkusen mit dem da Vinci®-System ausgeführt. Bei medizinischer Indikation ist es ein Eingriff, der von der gesetzlichen Krankenversicherung ohne Weiteres bezahlt wird.

Der Strahlentherapie

Neben der operativen Therapie des Prostatakarzinoms bietet das Radiologische Netzwerk Rheinland (RNR) am Klinikum Leverkusen alternative Strahlentherapien an. Die externe Strahlentherapie bedeutet, dass die Bestrahlung der Prostata von außen „durch“ den Patienten hindurch erfolgt. Als ionisierende, hochenergetische Strahlen werden zum Beispiel Gammastrahlung, Röntgenstrahlung und Elektronen verwendet. Aus mehreren Richtungen wird der liegende Patient der Strahlung ausgesetzt, um möglichst viele Krebszellen in der Prostata zu zerstören. Die umliegenden gesunden Gewebe bzw. Organe wie Blase, Enddarm, Knochen und die Haut sollen möglichst geschont werden.

 

Eine sehr genaue, computergestützte Behandlungsplanung und -berechnung der Strahlentherapie und -dosis für jeden einzelnen Patienten erlaubt heute eine optimale Bündelung der Strahlung auf den Tumor.

Die Brachytherapie

Die Brachytherapie oder im engeren Sinne Seed-Implantation ist eine lokale Strahlentherapie, bei der kleine radioaktive Strahler in die Prostata implantiert werden. Sie wird in der Klinik für Urologie in Kooperation mit dem Strahlentherapeuten des Radiologischen Netzwerks Rheinland angeboten. Die Implantation wird durch die Ärzte der urologischen Klinik (Oberarzt Dr. Konrad Lang und Priv.-Doz. Dr. Jürgen Zumbé) durchgeführt. Die interaktive Bestrahlungsplanung wird durch den Strahlentherapeuten Dr. Uwe Maurer, einen der Pioniere der Seed-Implantation in Deutschland, durchgeführt. Das Team arbeitet seit vielen Jahren zusammen.

 

Die Brachytherapie erfordert eine äußerst genaue Indikation, um die speziellen Vorzüge optimal ins Spiel zu bringen. Die Seeds enthalten radioaktiv strahlendes Jod-125, das im Laufe der Zeit aufhört zu strahlen, wobei die Wirkung innerhalb von 59 Tagen um die Hälfte abnimmt. Im Gegensatz zur Operation bleiben Kontinenz und Potenz erhalten, der Blutverlust ist sehr gering. Die Brachytherapie mit Seed-Implantaten ist gut geeignet für die Behandlung kleiner Tumore, die lokal begrenzt sind und eine niedrige Bösartigkeit aufweisen.


Eine weitere Form der Brachytherapie, die hochdosierte, aber nur kurzzeitig strahlenden Nachlade-Technik (Afterloading), wird von unseren Partnern im Radiologischen Netzwerk Rheinland angeboten. Beim Afterloading wird die Prostata ebenfalls unter Ultraschall-Kontrolle mit Nadeln gespickt. Für Sekunden oder allenfalls wenige Minuten wird eine hochenergetische Strahlenquelle (in der Regel Iridium 192) an vorher berechneten Positionen exakt in der Prostata platziert. Diese Art der Bestrahlung kann einmalig oder auch wiederholt angewendet und in der Regel auch mit einer externen Strahlentherapie kombiniert werden.

Das fortgeschrittene Prostatakarzinom

Beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom hat sich der Tumor ins Becken oder den Blasenboden ausgeweitet. Für diese Patienten gehören externe Strahlentherapie, medikamentöse Tumortherapie (ambulant: Antiandrogene, LH-RH-Analoga) und Chemotherapie zu den Behandlungsoptionen. Bei Tumoren, die nicht auf Androgenentzug ansprechen, stehen Hormontherapie, Chemotherapie, Bisphosphonate und externe Strahlentherapie zur Verfügung (teilweise in der ambulanten Urologie).

Die uro-onkologische Fallkonferenz

Einmal pro Woche werden alle "Sorgenkinder" in einer speziellen interdisziplinären Fallkonferenz vorgestellt. Am Ende stehen individuelle und leitliniengerechte Therapievorschläge, in denen die Expertise des Klinikums zum Ausdruck kommt.