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09.11.2018

Mit dem „Navi“ an die Wirbelsäule

Mit dem „Navi“ an die Wirbelsäule

Das Navigationssystem, kurz „Navi“, hat das Autofahren revolutioniert: Angestrengtes Kartenlesen ist passé. Stattdessen folgen wir heute ganz entspannt der freundlichen Stimme, die uns zuverlässig den Weg weist. Wir fahren den kürzesten Weg, kommen rechtzeitig an und haben den Kopf frei für die Details, die uns auf der Strecke begegnen.


Ganz ähnlich wie das bekannte „Navi“ funktioniert die Computernavigation im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie, die zu den modernsten Errungenschaften der Medizintechnik gehört und jetzt im Klinikum Leverkusen eingesetzt wird: Zunächst werden 3D-Röntgenbilder des Patienten erstellt, die während der OP auf einem Bildschirm zu sehen sind. Während der Chirurg operiert, kann er auf eben dieser Bildgebung sehr exakt verfolgen, an welcher Stelle im Körper des Patienten er sich gerade mit seinen Instrumenten befindet. Die Computernavigation bietet also eine „Live“-Darstellung der OP-Situation. „Auf diese Weise ist es möglich, die Instrumente und Implantate viel genauer zu führen und zu platzieren“, erklärt Dr. Jan Siewe, Ärztlicher Leiter des Departments Wirbelsäule.


Als renommierter Wirbelsäulenspezialist hat Dr. Siewe bereits unzählige Operationen vorgenommen. Vom klassischen Bandscheibenvorfall, über Brüche sowie kindliche Skoliosen bis hin zu Tumorbehandlungen und Prothesen-OPs reicht sein Fachbereich. Seit Oktober kann er nun im Klinikum bei der Operation auf ein präzises Navigationssystem setzen.


Die 3D-Röntengbilder des Patienten, der sich auf der OP-Liege befindet, werden mittels eines rotierenden Röntgengeräts erstellt. Es produziert 360 Aufnahmen in 40 Sekunden, die zusammen eine exakte Darstellung des zu operierenden Bereichs liefern. Diese sind die Basis für die spätere Navigation mit einer Art stiftförmigen Minikamera. Sie überträgt die Bilder auf einen Monitor, der einen genauen, vergrößerten Blick auf die Wirbelsäule ermöglicht. Per Touchscreen ist es sogar möglich, das Bild dreidimensional in alle Richtungen zu drehen. „Die Computernavigation erhöht die Sicherheit bei Operationen, bei denen es auf eine Genauigkeit im Millimeterbereich ankommt, erheblich“, weiß Dr. Siewe.


Zudem können Krankheiten, wie die Behandlung einer Skoliose (die Seitenabweichung der Wirbelsäule), die im jungen Alter durchgeführt werden muss, optimal behandelt werden. „Viele Eltern und Jugendliche haben Angst, die verbogene Wirbelsäule begradigen zu lassen“, erklärt Jan Siewe. „Selbst wenn jemand in jungen Jahren noch beschwerdefrei war, wird die Skoliose mit zunehmendem Alter ab 30 meist schmerzhaft.“ Durch die noch genauere Operationsmöglichkeit mittels der Computernavigation wird hoffentlich der Weg für Eltern und Kinder leichter, sich für den Schritt der Wirbelsäulenbegradigung zu entscheiden.


„Ich würde meine Tochter operieren lassen“, zeigt sich Siewe daher überzeugt. Mit dem hochtechnologisierten Navigationsgerät neuer Generation ist das Klinikum in der Region Vorreiter.

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