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Geburt aus Sicht der werdenden Hebamme

Unsere Hebammenstudierende Renate hat von ihrer ersten Geburtsbegleitung als Hebammenstudentin einen Geburtsbericht geschrieben. Nach vier eigenen Kindern war dies dennoch eine unglaubliche und aufregende Erfahrung. 

Erste Entwicklung des Kindes

Da war es nun soweit. Es klingelt im Kreißsaal. Eine tiefenentspannte Frau schaut mich an und sagt: Meine Fruchtblase ist geplatzt.
Ich freue mich innerlich, vielleicht doch eine Geburt heute?
Ich bringe die Frau in den Kreißsaal, bespreche mit einer Hebamme wie ich weiter vorgehen soll. Währenddessen schauen wir in den Mutterpass. Auf jeden Fall eine Mehrgebärende. Ich freue mich noch ein wenig mehr. Das wird sicher schnell gehen.


Also zurück zur Frau, frage sie, wann ihr Blasensprung war und ob sie Wehen spürt. Anschließend bittet sie mich um eine vaginale Untersuchung. Ich hole die Hebamme dazu. Sie untersucht vor. Ich untersuche. Ich sage: Portio verstrichen, Muttermund 4 - 5 cm weich, vorangehenden Teil Kopf und der ist im Beckeneingang, Fruchtwasser klar. Alles richtig getastet. Es soll die einzige bleiben.


Die Frau möchte auf Toilette. In der Zeit nehme ich die Frau mit der Hebamme im System auf, hole ihr etwas zu Trinken und mache das CTG dran. 30min werden es nur sein. Das CTG wurde sitzend auf dem Pezi Ball geschrieben.
So langsam beginnen die Wehen. Sie sind noch kurz, die Frau spricht und lacht noch mit mir. Ich war die ganze Zeit bei ihr.
Nach gut einer halben Std schaue ich mir das CTG an, beurteile es und zeige es der Hebamme. Dann durfte die Frau vom CTG.
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Eine Stunde später werden die Abstände kürzer. 1,5-2min Abstände und die Frau veratmet diese intensiv. Ich gebe der Hebamme bescheid. Sie macht sich ein Bild von der Situation und sagte, ich soll sie rufen, wenn ich nicht mehr alleine mit der Frau sein möchte.
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20min später war es soweit und ich rief die Hebamme. Ich höre ein leises Stöhnen. Vorher war die Frau eher ruhig. Sie veratmet immer länger. Auf Nachfrage gibt sie immer mehr werdenden Druck an.
Die Frau steht nun vor dem Kreißbett, kreist ihr Becken und veratmet ganz wunderbar

Die Frau wechselte zwischen Petziball und stehen. Zwischendurch wollte sie ausprobieren, wie sich der Hocker anfühlt und ob darauf gebären etwas für sie wäre. Sie fand es toll.


Kurz darauf wollte sie sich ein wenig hinlegen um Kraft zu tanken. Sie legte sich hin und ich nutze die Position für ein CTG. Das CTG ist etwas eingeengt. Die Hebamme riet ihr, etwas zu essen. Sie wollte Schokolade und aß auch 3 oder 4 Stücke. Und dann war das CTG auch wieder hübsch.


Kurz darauf wollte sie sich setzen. Sie sagte, dass der Druck deutlich stärker werden würde. Auf den Hocker möchte sie jetzt nicht mehr.


Sie saß dann im Kreißbett und man konnte an ihrem Tönen hören, dass der Muttermund so gut wie vollständig war. Wir haben der Frau vertraut und sie hat auf ihren Körper gehört.

Dann kam die erste Presswehe. Ich zog mir sterile Handschuhe an. Ich informiere die Frau, dass ich bei der nächsten Wehe einmal Taste, um zu schauen wo der Kopf ist. Sie ist einverstanden.


Ich taste, und spüre keinen Kopf im Beckenausgang. Sichtbar wird er auch während der Wehe nicht.


Die Symphyse hat den Kopf des Kindes in sitzender Position gebremst.
Die Hebamme schlägt vor, dass sich die Frau auf die linke Seite dreht.
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Und dann kam auch der Kopf. Er wurde sichtbar. ich legte meine Finger sanft auf den Kopf, die Hebamme legte ihre Hände auf meine zur Sicherheit.


Mit der nächsten Wehe habe ich leicht Druck auf das Köpfchen gegeben und dann war es auch schon geboren. Wir warteten eine Wehe ab und ich konnte zusehen, wie sich das Köpfchen zum Oberschenkel der Mutter dreht.


Ich legte den Kopf auf meine Hände um die Schultergeburt zu unterstützen.
Und plötzlich war einfach das Kind da und ich völlig überrannt von Emotionen. 

Die Nabelschnur war kurz und ich konnte das Kind nur bis auf den Bauch der Mutter legen.

Puh. Erste Entwicklung des Kindes geschafft.

Nach der Geburt

Das Kind ist geboren! Ich immer noch vollkommen geflasht.


Nach der Blutentnahme aus der Nabelschnur, haben wir mit Einverständnis der Mama zügig abgenabelt, da die Nabelschnur sehr kurz war. So konnte die Mama direkt Bonden.

Ich schaute mir das Kind an. Leicht bläulich, schrie aber sehr schnell und war auch sonst einfach super auf dieser Welt angekommen. Ich bestimme den APGAR, er beträgt 9.


Anschließend beobachtete ich die Lösungszeichen der Platenta. Ich setzte eine Klemme an die Nabelschnur und habe vorsichtig die Gebärmutter getastet.
Es sah alles danach aus, das die Plazenta gelöst war. Also habe ich vorsichtig an der Nabelschnur gezogen unter Anleitung und habe die Frau gebeten etwas mit zu schieben. 10 Minuten nach der Geburt war dann auch schon die Plazenta geboren.

Wir schauten uns die Plazenta an. Erst die kindliche Seite. Der Nabelschnuransatz war zentriert, also in der Mitte der Plazenta. Keine abgehenden Gefäße, alles Tip Top.
Dann die mütterliche Seite. Erst mal das Blut abwischen um sie besser beurteilen zu können. Aber auch hier alles super und vollständig.

Also drehte ich mich zur Mama um und durfte ihr zur Geburt ihres Sohnes gratulieren.


Anschließend habe ich mit Anleitung der Hebamme auf Geburtsverletzungen untersucht. Äußerlich war nichts sichtbar. Ich schaute nach, ob in der Tiefe ein Riss zu sehen war. Nichts. Nur eine kleine Abschürfung.

Also half ich der Frau sich in eine bequeme Position zu legen, versorgte sie, half ihr beim Anlegen an die Brust und wir ließen Mama und Neugeborenem Zeit zum Kennenlernen.

Danach ging es an die Dokumentation der Geburt.

Wenn ich an diese Geburt zurück denke, habe ich immer noch einen Oxytocin-Rausch.

Danke an die Mama, dass ich dabei sein und meine aller erste Geburt erleben durfte.
Genauso gilt das Danke an die Hebamme, die mich einfach wundervoll angeleitet hat.

Corona Aktuell

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