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Patient Blood Management

Anämie behandeln, Fremdblut vermeiden, Sicherheit schaffen

Wenn Sie sich als Patient im Klinikum Leverkusen einer größeren Operation unterziehen müssen, z. B. dem Wechsel einer Gelenkprothese, einer Leber- oder anderen großen Bauchoperation, der Entfernung der Harnblase, dem Ersatz der Bauchschlagader oder einer großen gynäkologischen Unterleibsoperation, dann erfahren Sie seit April 2018 eine ganz besondere OP-Vorbereitung, die Ihre Sicherheit noch weiter erhöht. Denn seit diesem Zeitpunkt und nach längerer organisatorischer Vorbereitung, setzen alle operativen Abteilungen des Klinikums Leverkusen die Prinzipien des „Patient Blood Management“ um. 


Wir gehören dem Netzwerk Patient Blood Management an und wurden mit dem Goldstandard ausgezeichnet.


Patient Blood Management ist ein medizinisches, evidenzbasiertes Konzept zur Steigerung der Patientensicherheit durch Stärkung der körpereigenen Blutreserven. 
Die Anwendung des Konzepts im Krankenhausalltag beruht im Wesentlichen auf drei Maßnahmenbündeln, den drei tragenden Säulen des Patient Blood Managements: Bestehende Anemien vor der OP behandeln, während und nach der Operation den Blutverlust minimieren und Transfusion von Fremdblut vermeiden.

Anämie erkennen und behandeln

Im Rahmen der operativen Vorbereitung suchen wir gezielt nach Anzeichen einer Blutarmut und deren möglichen Ursachen. Mit bis zu 80% am häufigsten wird dabei ein Mangel an Eisen gefunden, das der Körper braucht, um neues Blut zu bilden. Glücklicherweise ist dieses Defizit leicht durch eine Eisen-Infusion zu korrigieren. Zu dessen Nachweis bedarf es aber erst einmal der Bestimmung einer Reihe von Laborwerten. Gelegentlich sollten im Anschluss daran auch noch weitere Untersuchungen folgen, um die Ursache des Eisenmangels zu finden. Das könnte zum Beispiel an einer bisher nicht diagnostizierten chronischen Erkrankung oder an einem unbemerkten Blutverlust z. B. aus dem Darm liegen. 

Blutverlust minimieren

Aber auch während und nach der Operation kümmern wir uns jetzt noch intensiver um Ihr Blut, indem wir so wenig Laborproben wie möglich in kleinstmöglichen Röhrchen abnehmen, blutsparend operieren, Blut, das sonst während der Operation verloren ginge, auffangen, waschen und zurückgeben, für die Blutgerinnung wichtige Stoffwechselwerte überwachen und ggf. Medikamente verabreichen, die Blutverluste verringern. Und sollte es doch einmal zu einem größeren Blutverlust gekommen sein, setzen wir alles daran Ihren Körper rasch wieder in den Stand zu versetzen, selber neues Blut zu bilden. 

Transfusionen vermeiden

Auf diese Weise können wir viele Situationen schon in der Entstehung verhindern, in denen es früher notwendig gewesen wäre Bluttransfusionen zu geben. Sollte sich dennoch eine Transfusion für Sie als wirklich notwendig erweisen, dann gilt immer die Prämisse: “So viel wie nötig und so wenig wie möglich“. 


Weil jeder Tropfen zählt 

Seit 2011 fordert die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO), Maßnahmen zu ergreifen, die gewährleisten, dass die zunehmend knapper werdende Ressource Blut in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Ursächlich für diesen Engpass waren und sind auch weiterhin medizinische (immer mehr und immer größere Operationen), gesellschaftliche (Rückgang der Spendenbereitschaft, Überalterung) und ökonomische (Blut ist sehr teuer) Veränderungen. Gleichzeitig kann es als wissenschaftlich erwiesen gelten, dass von Bluttransfusionen ein weit größeres Gesundheitsrisiko ausgeht, als früher angenommen und insbesondere auch eine die Bluttransfusion auslösende Blutarmut allein schon eine ernst zu nehmende Erkrankung darstellt.