Wirbelsäulenbrüche

Bei einem Wirbelkörperbruch brechen ein oder mehrere Wirbelkörper. Am häufigsten kommt die Wirbelkörperfraktur bei älteren Patient:innen mit Osteoporose vor. Weil im Alter die Stabilität der Knochen nachlässt, können die Wirbel sogar ohne große Krafteinwirkung in sich zusammenbrechen. Am häufigsten kommt das im Bereich der unteren Brust- und der oberen Lendenwirbelsäule vor. Auch Unfälle oder Stürze sind eine häufige Ursache. Nicht jeder Bruch eines Wirbelkörpers muss operiert werden. Allerdings muss die Hinterwand des Wirbelkörpers mit besonderer Vorsicht behandelt werden, weil sich hier der Rückenmarkskanal befindet. Ausführliche Informationen zur Osteoporose finden Sie in unserem Westdeutschen Osteoporosezentrum.

Symptome
  • Schmerzen am betroffenen Wirbel oder ausstrahlend in Arme oder Beine
  • eingeschränkte Beweglichkeit der Wirbelsäule
  • Gefühlsstörungen oder Lähmungen an Armen oder Beinen

Diagnose

Von Bedeutung für die Diagnostik und Behandlung ist die Frage nach Vorerkrankungen wie Osteoporose oder Tumoren. Auch hier wird eine ganzkörperliche Untersuchung durchgeführt. Arme und Beine werden auf Gefühls- oder Bewegungsstörungen überprüft. Röntgenaufnahmen, MRT oder Computertomographie (CT) helfen die Stabilität der Bruchstelle einzuschätzen und die Behandlung zu planen.

Therapie

Ob eine konservative oder chirurgische Therapie sinnvoll ist, hängt unter anderem davon ab, wie stabil die Bruchstelle und die Knochenstruktur der Betroffenen sind. Sinnvoll ist eine Operation überdies vor allem dann, wenn die Patient:innen sehr starke Schmerzen haben, noch körperlich sehr aktiv sind, sportlichen Ehrgeiz haben und hohe Ansprüche an die Belastbarkeit der Wirbelsäule stellen. Zu den konservativen Behandlungsmaßnahmen zählen vor allem entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente und das Tragen eines Stützkorsetts für eine gewisse Zeit.

Wirbelkörper werden aufgerichtet, die Bruchstelle wird mit Zement stabilisiert

Kyphoplastie nennt sich ein minimalinvasives Verfahren zur Aufrichtung eines eingebrochenen Wirbelkörpers mit einem Ballon. Über zwei etwa einen Zentimeter lange Hautschnitte werden Führungshülsen in den betroffenen Wirbelkörper eingebracht. Darüber wird ein Ballon geschoben, der den Wirbelkörper aufrichten kann. Nach Entfernung des Ballons wird die entstandene Höhle mit Zement gefüllt, die Führungshülsen entfernt und die Haut mit zwei Nähten verschlossen. In der Regel führt dieser minimal-invasive Eingriff unmittelbar nach der Operation zu einer deutlichen Schmerzverminderung. Die Patient:innen können sofort wieder aufstehen, die Schmerzmedikamente können reduziert werden.

Stabilisierung mit einem Fixateur interne

Bei Trümmerbrüchen können die gebrochenen Wirbelkörper durch ein internes Schrauben-Stabsystem (Fixateur interne) stabiisiert werden. Das Schrauben-Stabsystem überbrückt den betroffenen Abschnitt. Die Verankerung der beiden Stäbe erfolgt über spezielle Schrauben, die in den nicht betroffenen Wirbelkörpern ober- und unterhalb der erkrankten Region eingebracht werden. Muss die Stellung des verletzten Segmentes verändert werden oder der Rückenmarkskanal entlastet werden (bei akuten oder drohendenLähmungen ), muss zumeist offen operiert werden. Über einen längeren Hautschnitt wird das System eingebracht. Bei dieser Technik ist es möglich, über eine Bewegung der Verankerungsschrauben in den Wirbelkörpern indirekt die Position des gebrochenen Wirbelkörpers zu verändern und den Wirbelkanal zu entlasten.

Nach dem Krankenhaus

Wichtig für einen guten Heilungsprozess ist eine frühe Mobilisierung durch Physiotherapie. Unsere erfahrenen Therapeuten des PhysioCentrums unterstützen Sie dabei. Die Therapie kann auch gut im Bewegungsbad stattfinden.