Altersmedizin

Alte Menschen empfinden einen Krankenhausaufenthalt oft als belastender als junge Menschen. Die ungewohnte Umgebung und die Krankenhausroutine sind anstrengend vor allem für hochbetagte Patient:innen. Hinzu kommt, dass viele sehr alte Patient:innen besonders gebrechlich sind und viele Krankheiten sich auf den Organismus alter Menschen anders auswirken aus als auf Jüngere. Deshalb erfordert ihre Versorgung ein hohes Maß an Erfahrung, Sachkenntnis und Aufmerksamkeit. Unser spezialisiertes Team aus Ärzt:innen und Pflegepersonal der Altersmedizin gehen besonders auf charakteristische Probleme und Herausforderungen im fortgeschrittenen Alter ein.

Typische Probleme und Herausforderungen
  • Bewegungseinschränkung (Immobilität) 
  • Sturzneigung - Schwindel 
  • Merkfähigkeitsstörungen (Kognitive Defizite) 
  • Verminderte körperliche Belastbarkeit – Gebrechlichkeit 
  • Gleichzeitige Einnahme zahlreicher Medikamente (Polypharmazie)
  • Fehlernährung und Mangelernährung 
  • Starke Sehbehinderung 
  • Ausgeprägte Schwerhörigkeit 
  • Inkontinenz 
  • Chronische Schmerzen 
  • Depressionen / Angststörungen

Manche Erkrankungen verschlimmern sich mit zunehmendem Alter

Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzschwäche oder Osteoporose verschlimmern sich mit zunehmendem Lebensalter oder treten ab einem gewissen Alter deutlich häufiger auf. Als typische chronische Altersbeschwerden gelten auch Bluthochdruck, Diabetes, Nierenschwäche, chronische Atemwegserkrankungen, Durchblutungsstörungen, Mangelernährung, Demenz oder chronische Schmerzen. Wegen der altersbedingten Verschlechterungen der Organfunktionen – zum Beispiel der Abnahme von Zell- und Muskelmasse - entwickeln alte Patient:innen häufig ähnliche Krankheitsbilder.

Mehrere Erkrankungen gleichzeitig

Darüber hinaus leiden viele Menschen im hohen Alter an mehreren Krankheiten gleichzeitig (Multimorbidität), was die Therapie spezifischer Symptome erschwert. Typische geriatrische Erkrankungen entstehen durch Stürze, Inkontinenz oder Mangelernährung und Dehydrierung. Bei der Gabe von Medikamenten müssen Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen besonders beachtet werden. Bei hoher Belastung durch viele Tabletten kümmern uns auch darum, dass wo möglich die Anzahl erforderlicher Tabletten auf ein verträgliches Maß reduziert wird.

Spezialist:innen für Altersmedizin

Die komplexen Wirkungszusammenhänge machen eine enge Zusammenarbeit verschiedener medizinischer Fächer notwendig: Expert:innenen der Neurologie, Psychiatrie, Kardiologie, Orthopädie Onkologie und auch der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie müssen sich austauschen und abstimmen. Am Klinikum Leverkusen arbeiten die entsprechenden Spezialist:innen traditionell sehr eng zusammen, um für die Betroffenen die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Die wichtige Aufgabe unserer Altersmediziner:innen ist es, die vielfältigen Behandlungs- und Diagnoseschritte zu koordinieren und im Blick zu behalten. Sie managen komplexe Therapien und multiprofessionelle Teams. Sie sorgen dafür, dass unsere Patient:innen eine auf sie abgestimmte und dennoch allumfassende Behandlung erfahren.

Komplette Diagnostik vor Ort

Alle wichtigen Organspezialist:innen befinden sich in unmittelbarer Reichweite. Eine ausführliche Differentialdiagnostik kann vollständig vor Ort über kurze Wege angeboten werden. Dabei identifizieren wir Krankheitsauslöser indem wir andere mögliche Ursachen ausschließen. Dies erfordert einen großen Erfahrungsschatz, den unser Team einbringen kann.

Geriatrische Komplexbehandlung

Von großer Bedeutung für die so genannte geriatrische Komplexbehandlung ist das Zusammenspiel von ärztlicher und pflegerischer Fürsorge, gepaart mit Leistungen der Physiotherapie und Ergotherapie, um die Leistungsfähigkeit zu erhalten oder wieder herzustellen.

Besonders wichtig ist eine gute pharmakologische Betreuung: am Klinikum Leverkusen arbeiten wir zusammen mit spezialisierten Apotheker:innen. Zu den interdisziplinären Teams zählen schließlich auch Ernährungsberater:innen, um die Betroffenen für eine altersgerechte Ernährung zu sensibilisieren. Bei Schluckstörungen helfen Expert:innen der Logopädie. Unser gemeinsames Ziel ist es, nicht Symptome zu behandeln, sondern den Gesamtzustand der Patient:innen zu würdigen und ihnen zu helfen, so lange wie möglich ihre Eigenständigkeit im Alltag zu bewahren.

Zusammen mit Betroffenen und ihren Angehörigen machen wir uns ein Bild über die Versorgungssituation, organisieren Hilfsmittel und beraten das weitere Vorgehen. Wir sind an Ihrer Seite und unterstützen Sie dabei, ein selbstbestimmtes Leben auch nach schwerer Krankheit bestmöglich fortzuführen.

Unsere Expert:innen

Dr. Herbert Faber
Leitender Oberarzt
Telefon: 0214 13-48218
herbert.faber@klinikum-lev.de
Susanne Schwarz
Stationsleitung F1
Telefon: 0214 13-2183
susanne.schwarz@klinikum-lev.de
Dr. Jonas Nordmann
Funktionsoberarzt
Telefon: 0214 13-48218
jonas.nordmann@klinikum-lev.de
Carmen Wagner-Haberstock
Leitung der Physiotherapie