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01.08.2018

Heiße Tage für Diabetiker

Heiße Tage für Diabetiker

Die Hitzewelle der letzten Wochen lässt niemanden kalt. Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, sollten während der heißen Tage besonders vorsichtig sein. Prof. Dr. Henning Adamek, Leiter der Diabetologie im Klinikum Leverkusen, erklärt warum das so ist: „Die hohen Temperaturen erweitern die Blutgefäße. Damit wird Insulin, das sich der Patient spritzt, schneller ins Blut aufgenommen. Je höher die Außentemperaturen, desto rascher wirkt das Insulin. So kann es zu gefährlichen Unterzuckerungen kommen.“ Insulinpflichtige Menschen müssen ihren Blutzucker daher im Sommer häufiger kontrollieren und nach Rücksprache mit ihrem Diabetologen möglicherweise die tägliche Insulindosis reduzieren.

Auch Patienten, die ihre Zuckererkrankung mit Tabletten (Sulfonylharnstoffe) oder Mischinsulinen behandeln, müssen reagieren. Bei diesen Medikamenten ist regelmäßiges Essen wichtig. Gerade an den heißen Tagen lässt aber der Appetit nach, die Patienten essen weniger. Dann steigt die Unterzuckergefahr. Auch hier gilt: Häufiger den Blutzucker kontrollieren – und im Zweifel, immer nach Rücksprache mit Hausarzt oder Diabetologen, einige Tage mit den Medikamenten pausieren. „Gerade an heißen Tagen kann es für Diabetespatienten schwierig sein, eine Unterzuckerung zu erkennen“, so Prof. Adamek. Schwitzen sei nicht immer auf hohe Temperaturen zurückzuführen, sondern könne bei Menschen mit Diabetes auch ein frühes Zeichen einer Unterzuckerung sein.

Erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes

Schwangere haben bei den aktuellen Temperaturen besondere Probleme: Daten aus einer großen Studie mit schwangeren Patientinnen aus Ontario zeigten, dass das Risiko für einen Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) im Sommer höher ist als im Winter. Hier muss in der Betreuung von Schwangeren insbesondere am Übergang vom zweiten zum dritten Schwangerschaftsdrittel sehr genau der Blutzucker getestet werden.

Reichlich trinken ist auch für Diabetespatienten die zentrale Empfehlung. Da viele Patienten zusätzlich Herz- oder Nierenprobleme haben, empfiehlt Prof. Adamek eine tägliche Gewichtskontrolle. So kann eine übermäßige Wassereinlagerung ins Gewebe frühzeitig erkannt werden. Körperliche Aktivität sollte auf die frühen Vormittagsstunden gelegt werden. Nachmittags sollte man sich im kühlsten Raum der Wohnung aufhalten und sich wenig bewegen. Eine Hautpflege (insbesondere auch der Füße) ist wichtig. Patienten mit Fußproblemen (z.B. Pilzinfektionen oder Polyneuropathie) sollten nicht barfuß laufen, um keine Verletzungen zu riskieren. Das gilt insbesondere auch für einen Schwimmbadbesuch. Im Prinzip ist Schwimmen aber bei den aktuellen Temperaturen eine gute Idee. „Viele Bäder sind zum Frühschwimmen zwischen 7 und 8 Uhr geöffnet. Das ist die ideale Zeit für Sport in diesen Tagen“, rät Adamek.

5 sommerliche Tipps für Diabetiker:

- Viel trinken! – vor allem Wasser (z.B. mit einer Zitronenscheibe) und Tee, möglichst keinen Alkohol
- Ernährungsplan und Medikamente abstimmen. Gut sind Pellkartoffeln und Quark, Wassermelonen, frische Möhren und Paprika mit verschiedenen Dips
- Blutzucker häufiger kontrollieren als sonst
- Besonderer Schutz für Geräte, z. B. Messgeräte, Teststreifen, Insulinpens oder -Pumpen. Hohe Temperaturen können die Wirksamkeit des Insulins schwächen, Blutzuckermessgeräte können überhitzen und ausfallen.
- Hygiene bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln. In Mayonnaise, Softeis oder auch in Getränken mit Eiswürfeln lauern Bakterien, die sich bei den aktuellen Temperaturen rasch vermehren können.

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