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23.09.2021

Chronische Wunden: Verdacht auf Gefäßerkrankungen

Chronische Wunden: Verdacht auf Gefäßerkrankungen

Jeder hatte sie schon, eine Wunde. Aber kaum jemand weiß, was alles sie bedeuten kann. Denn meist sind die Wunden keine Folge eines Unfalls oder einer Außeneinwirkung, sondern sind ein Symptom einer Erkrankung. „Allein deshalb ist das ein wichtiges Thema, das unbedingt mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte“, betont Prof. Dr. med. Thomas Lübke, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Leverkusen. Ein Beispiel: In Deutschland leben nach aktuellen Schätzungen etwa 800.000 Menschen mit chronischen Wunden. Also Wunden, die trotz Behandlung innerhalb von acht Wochen nicht abgeheilt sind.


In rund 80 Prozent ist die eigentliche Ursache der Wunde eine Erkrankung unserer lebenswichtigen Versorgungsgefäße, also der Venen, die Blut zum Herzen führen und Arterien, die das Blut vom Herzen weg in die Zellen transportieren. Meist verengen sich im Laufe des Lebens die Arterien oder erweitern sich die Venen. „Die Gefäße sind dann nicht mehr in der Lage, den Transport des Blutes vollständig zu erledigen. Das Resultat dieser Veränderungen führt oft zu einem Mangel an Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen in den betroffenen Arealen“, erklärt der Klinikchef auch für Laien verständlich, wie Wunden entstehen können.

Klinikchef Lübke rät allen Patienten, bei Verdacht auf eine chronische Wunde unbedingt einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären. Zu groß ist das Risiko, dass es ein Symptom für lebensbedrohliche Erkrankungen wie Arterienverkalkungen, Bluthochdruck oder einen schlecht eingestellten Zucker sein könnte. Verengungen der Arterien können dazu führen, dass die zu versorgenden Regionen nicht mehr versorgt werden, was irreparable Schäden zur Folge hat. Durch Erweiterung von Venen kann es zu einem Blutstau in den Beinen kommen.

Neben diesen Risiken stellen die Wunden selbst aber auch eine Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Denn Schmerzen, eingeschränkte Mobilität oder schlecht riechende Wunden belasten das soziale Umfeld.

Das achtköpfige Ärzteteam des Leverkusener Gefäßzentrums, das seit diesem Jahr auch RAL-zertifiziert ist, bietet ein umfassendes Leistungsspektrum für Patienten mit Gefäßerkrankungen. „Wir decken das komplette gefäßchirurgische Spektrum ab. Wir sind auf Diagnostik, Therapie und Nachsorge aller venösen und arteriellen Erkrankungen des Gefäßsystems spezialisiert“, so Prof. Lübke. Davon profitieren auch alle Patienten mit chronischen Wunden.

Die Behandlung steht auf zwei Säulen, der sogenannten Kausaltherapie, die die Ursache sucht, und der Lokaltherapie, mit der die Wunde selbst behandelt wird. Für eine vollständige Wundheilung ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Auslöser entdeckt und behandelt wird. Der erste Schritt ist deshalb eine umfassende Basisdiagnostik unter Einsatz der hochmodernen Medizintechnik des Klinikums auf universitärem Niveau. Mit Ultraschall und dem sogenannten Dopplerverschlussdruckmessverfahren, einer unproblematischen und völlig schmerzfreien Untersuchung, werden die Gefäße des Patienten untersucht. Bei Bedarf erfolgt eine weiterführende Diagnostik wie Computertomographie oder Kernspintomographie. Wird eine Gefäßerkrankung erkannt, wird eine entsprechende Therapie gestartet, die sich nach dem Krankheitsbild richtet. Das können einfache konservative Verfahren sein, wie Druckentlastung an den betroffenen Stellen, eine medikamentöse Einstellung oder besonders schonende Katheter-Verfahren, um beispielsweise Arterien zu erweitern. Sollten minimalinvasive Methoden medizinisch nicht angewendet werden können, stehen operative Verfahren zur Verfügung. Erst vor kurzem hat das Klinikum einen hochmodernen Hybrid-OP in Betrieb genommen. Hier können unterschiedliche Eingriffe, Operationen und Kathetertechniken nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen kombiniert werden. Für den Patienten ein großer Vorteil: In nur einer Narkose können unterschiedliche Gefäßprobleme mit kombinierten Verfahren behoben werden.

Parallel wird die Wunde selbst behandelt. Das Klinikum Leverkusen hat dafür ein besonderes Wundmanagement entwickelt. „Das heißt“, so Prof. Lübke, „dass in der Gefäßklinik ausgebildete Wundmanager sowie Ärzte mit entsprechender Fortbildung die Patienten während der gesamten Behandlung und auch danach in der wöchentlichen Wundsprechstunde betreuen. Die richtige Wundversorgung beschleunigt die Wundheilung. So lassen sich Komplikationen wie Infektionen oder wiederkehrende Wunden vermeiden und Schmerzen reduzieren. Das alles verbessert die Lebensqualität.“

Darüber hinaus legt die Gefäßklinik großen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen der Klinik. Denn die Erkrankungen des Gefäßsystems sind komplex. Prof. Lübke: „Durch die enge Kooperation bieten wir bestmögliche hochqualifizierte Diagnostik und Therapie, die individuell auf die Bedürfnisse jedes Patienten angepasst ist. Weil wir in den in den Gesundheitspark am Klinikum Leverkusen integriert sind, ermöglichen wir ein leitliniengerechtes und fachübergreifendes Versorgungskonzept mit kurzen Wegen zum Wohle unserer Patienten.“

Um sich anlässlich des Gefäßtages der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin über die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Gefäßchirurgie zu informieren, besuchen Sie die Website von Prof. Dr. med. Thomas Lübke und seinem Team: https://www.klinikum-lev.de/klinik-fuer-gefaesschirurgie.aspx

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