Logo - Klinikum Leverkusen Klinikum Leverkusen - Mittelpunkt im Gesundheitspark
30.09.2021

Stoma: Mehr Lebensqualität durch Offenheit

Stoma: Mehr Lebensqualität durch Offenheit

Es ist immer noch für viele ein Tabu-Thema: das Stoma, meist als künstlicher Darmausgang bezeichnet. Unter dem Motto „Die Rechte von Stomaträgern sind Menschenrechte – immer und überall!“ findet am 2. Oktober 2021 der 10. Welt-Stoma-Tag statt. Alle drei Jahre ruft die Internationale Stomavereinigung (IOA) zu diesem Aktionstag auf, um für mehr Aufmerksamkeit und Aufklärung in der Gesellschaft zu werben.

Allein in Deutschland leben etwa 160.000 Patientinnen und Patienten zeitweilig oder dauerhaft mit einem Stoma. Für die Betroffenen bedeutet das Stoma eine große Veränderung im Leben und viele Herausforderungen, die sie bewältigen müssen. „Der Welt-Stoma-Tag soll auf die speziellen Bedürfnisse von Stoma-Trägern aufmerksam machen und auf diese Weise dazu beizutragen, ihre Lebensqualität zu verbessern. Dazu brauchen wir mehr öffentliche Aufmerksamkeit und Problembewusstsein“, erklärt Dr. Antonio Lelli, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie am Klinikum in Leverkusen.

In der Medizin bezeichnet man als Stoma meist eine operativ angelegte Öffnung des Darms über die Körperoberfläche. Die zeitweilig, in manchen Fällen auch dauerhaft, den Stuhl, die Verdauungsrückstände, ableitet. Dabei wird der Stuhl über diese Öffnung von einem sogenannten Stomabeutel aufgenommen, der mit einer Haftplatte, ähnlich einem Pflaster, am Bauch der/des Patient*innen befestigt ist. Andere Stomata dienen als Blasenausgang der Ableitung von Urin (Urostoma) oder als Luftröhrenöffnung (Tracheostoma).

Die meisten Patient*innen erhalten das Stoma infolge einer Krebserkrankung des Darms, bei der beispielsweise der Schließmuskel beeinträchtigt ist, oder auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder der Divertikulitis, bei der sich Ausstülpungen der Schleimhaut entzünden und man vermeiden möchte, dass der aggressive Kot durch einen bestimmten Darmabschnitt fließt. Die Chirurg*innen des Klinikums Leverkusen legen jährlich rund 40 Stomata an.

So unterschiedlich die Erkrankungen sind, die ein Stoma notwendig machen, eines bleibt gleich: Ein Stoma bedeutet für jede Patientin und jeden Patienten eine große Lebensumstellung. „Für viele Patienten ist es erst einmal ein großer Schock, wenn sie erfahren, dass sie ein Stoma bekommen müssen“, so Dr. Lelli. Sie haben Angst, Lebensqualität einzubüßen und ihrem Beruf und ihren Freizeitbeschäftigungen nicht mehr nachgehen zu können. Sie machen sich Sorgen, ob die Stoma-Anlage auch dicht ist oder ob sich unangenehme Gerüche entwickeln, ob sie noch Sport treiben können oder wie sehr eine Partnerschaft belastet wird.

Intensive Betreuung der Patient*innen

Deshalb legen die Stoma-Spezialisten am Klinikum Leverkusen großen Wert auf eine professionelle medizinische, pflegerische und psychosoziale Unterstützung der Patient*innen: „Wir versuchen, unsere Patienten Schritt für Schritt sorgfältig und behutsam auf das Leben mit einem Stoma vorzubereiten, ihnen die Ängste zu nehmen und ihnen zu vermitteln, dass das Leben auch mit Stoma lebenswert ist. Zumal die heutigen Stoma-Anlagen wirklich ausgereift sind“, sagt Dr. Lelli.

Nicht nur das 19-köpfige Ärzteteam der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie, auch Psycho-Onkologen und – ganz wichtig – auch eine Stoma-Therapeutin kümmern sich intensiv um die Patient*innen. Allein die exakte Platzierung des Stomas bedarf sorgfältiger Vorbereitung. Die erfahrene Stoma-Therapeutin des Klinikums Leverkusen nimmt sich im Vorfeld einer Operation viel Zeit, um gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten die beste Lage des Stomas zu bestimmen: Wo sitzt der Hosenbund? Wo läuft der Gürtel entlang? Stört eine Bauchfalte die Sicht des Betroffenen auf das Stoma, so dass die Versorgung der Stoma-Anlage nur mit einem Spiegel möglich ist? Wird eventuell der Beutel für den abgeleiteten Stuhl irgendwo abgeklemmt? Diese und viele anderen Fragen klärt die Expertin vorab, damit das Stoma im Alltag so wenig wie möglich stört. Stomatherapeutin Yvette Kreyßig: „Wir wissen, dass das der entscheidende Punkt ist, damit die Stoma-Anlage zum Erfolg wird. Daher legen wir in unserer Klinik so viel Wert darauf, dass bei planbaren Operationen eine korrekte Markierung erfolgt.“
Aber nicht nur die Vorbereitung, auch die nicht minder wichtige Nachsorge ist am Klinikum gewährleistet. So gibt es für die Stoma-Patient*innen eine spezielle Sprechstunde für die Betroffenen, falls unerwartete Probleme auftreten.

Insgesamt legt das Klinikum Leverkusen großen Wert darauf, die Grunderkrankung der Stoma-Patientinnen und Patienten nicht nur zu heilen, sondern sie auch dabei zu unterstützen, mit dem Stoma zu leben.

Aus diesem Grund beteiligen sich Dr. Lelli und seine Kolleginnen und Kollegen am Welt-Stoma-Tag, der auf die Probleme aufmerksam machen will. „Stomaträgerinnen und Stomaträger sind beispielsweise auf eine verlässliche, öffentliche und auf ihre speziellen Anforderungen eingerichtete sanitäre Infrastruktur angewiesen“, erklärt der Chirurg. „Das ist eine besonders wichtige Voraussetzung für eine selbstbestimmte Teilnahme am sozialen Leben, wie Reisen mit dem PKW oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Bummeln durch Innenstädte sowie der Teilnahme an kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen“. Menschen mit künstlichem Darm- oder Blasenausgang seien auf eine spezifische Gestaltung von Sanitärräumen angewiesen: „Sie brauchen Platz, Ablageflächen, um ihre Utensilien auszubreiten, und einen guten Spiegel, um anschließend zu kontrollieren, ob die Stomabeutel korrekt angelegt sind. Und genau darauf wollen wir aufmerksam machen, damit die Betroffenen trotz Stoma sozial aktiv bleiben können.“

Weitere Informationen zum Ärzteteam der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Thoraxchirurgie am Klinikum in Leverkusen, das einen besonderen Schwerpunkt in die Erkennung und Behandlung der gut- und bösartigen Erkrankungen des Dickdarms, Mastdarms und des Afters legt, finden Sie hier: https://www.klinikumlev.de/koloproktologisches_zentrum.aspx

Stichwort Stoma:
Das Wort „Stoma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Mund“ oder „Öffnung“. In Bezug auf eine Operation bedeutet das Wort „Stoma“ künstliche Öffnung. Es wird oft auch als „künstlicher Darmausgang“, oder „Anus Praeter“ bezeichnet. Stoma beschreibt im Allgemeinen die operativ angelegte offene Verbindung zwischen einem inneren Hohlorgan und der äußeren Haut. Diese Verbindung wird bei bestimmten Erkrankungen notwendig und dient dazu, Ausscheidungen (Darmstoma oder Urostoma) abzuführen oder auch dem Organ etwas zuzuführen (Tracheo- oder Gastrostoma).

zurück

Corona Aktuell

Corona Aktuell

+++ 3G-Regel+++

Die 3G-Regel (Geimpft - Genesen - Getestet, Test nicht älter als 24 Std.) gilt für alle Patient*innen, Begleitpersonen und Besucherinnen. Zeigen Sie Ihren Nachweis unaufgefordert am Eingang, spätestens beim Betreten der Station/Ambulanz etc. vor. Einzige Ausnahmen sind Patient*innen, die mit Termin zum PCR-Test kommen.

+++ Maskenpflicht +++

Aktuell gilt die Maskenpflicht in Innenräumen und allen Gebäuden des Klinikums und des Gesundheitsparks.

+++ Besuchsregeln +++

  • Pro Patient*in 1x pro Tag Besuch von einer Person eine Stunde lang.
  • Besucherregistrierung am Eingang A registrieren.
  • Besuchszeit ausschließlich 15 - 19 Uhr
Ausführliche Besuchsregeln