Hoher Stellenwert der Koloskopie: Klinikum Leverkusen ruft zu Darmkrebsvorsorge auf
31.03.2026Mit etwa 55.000 Neuerkrankungen jährlich zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Gleichzeitig gehört er zu den wenigen Krebsarten, die sich durch konsequente Vorsorge nicht nur früh erkennen, sondern sogar verhindern lassen. Zum Abschluss des offiziellen „Darmkrebsmonats“ März betonen die Fachleute des Viszeralonkologischen Zentrums am Klinikum Leverkusen den hohen Stellenwert der Untersuchungen.
Früherkennung eröffnet gerade bei Darmkrebs eine besondere Chance. Denn in über 90 Prozent der Fälle entwickelt sich die Erkrankung aus zunächst gutartigen Polypen. „Diese kleinen Wucherungen der Darmschleimhaut verursachen meist keine Beschwerden“, weiß Oberärztin Dr. Jasmina Hahn. „Sie können über mehrere Jahre lang wachsen, bevor sie bösartig werden“, so die Koordinatorin des Darmkrebszentrums am Klinikum Leverkusen. Werden die Wucherungen in dieser Zeit bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt, können sie frühzeitig entfernt werden – und der potenziellen Bildung gefährlicher Tumorzellen wird zuvorgekommen. „Für viele Betroffene kann die Vorsorgeuntersuchung damit den entscheidenden Unterschied machen“, resümiert die Expertin.
Vorsorge auch ohne Beschwerden wichtig
„Diese Chance gibt es nur bei wenigen Krebsarten“, unterstreicht Professor Dr. Nico Schäfer, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie und Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums. „Wir können Darmkrebs nicht nur früh entdecken, sondern tatsächlich verhindern.“ Voraussetzung sei allerdings, dass die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen – allen voran die Darmspiegelung – wahrgenommen werden. „Zu viele Menschen scheuen sie aber noch immer“, bemängelt der Darmkrebsspezialist.
Dabei ist die Darmspiegelung (medizinisch Koloskopie) im Fall der Fälle nicht nur lebensrettend, sondern heute auch weitgehend schmerzfrei. Schäfer: „Die Untersuchung mag für einige Menschen zunächst unangenehm erscheinen, die meisten Patientinnen und Patienten empfinden sie nach der Untersuchung aber als völlig unproblematisch.“ Angesichts der Risiken, die durch eine Darmspiegelung vermieden werden können, möchte der Mediziner alle zur Vorsorge motivieren – selbst dann, wenn es noch keine Hinweise auf eine mögliche Erkrankung gibt. „Warnzeichen wie Blut im Stuhl, anhaltende Verdauungsprobleme oder unerklärlicher Gewichtsverlust können auftreten“, erklärt er, „doch meistens verursacht Darmkrebs über Jahre keinerlei Beschwerden.“
Koloskopie in der Regel ambulant
Gesetzlich Versicherte haben ab dem 50. Lebensjahr Anspruch auf zwei Koloskopien im Abstand von zehn Jahren. Alternativ können sie regelmäßige Stuhltests in Anspruch nehmen – eine weitere Vorsorgemaßnahme, mit der sich Blut aus verletzten Polypen nachweisen lässt. Die zuverlässigste Früherkennungsmethode bleibt jedoch die Darmspiegelung. In der Regel erfolgt die Überweisung durch die Hausärztin bzw. den Hausarzt an eine Fachärztin bzw. einen Facharzt für Gastroenterologie. In einem Vorgespräch werden dort die individuellen Risiken, der Gesundheitszustand sowie der genaue Ablauf der Untersuchung besprochen. Außerdem erfolgen Anweisungen zur Vorbereitung, insbesondere zur Darmreinigung.
„Die eigentliche Untersuchung wird üblicherweise ambulant durchgeführt, in der Regel in einer gastroenterologischen Fachpraxis“, sagt Professor Dr. Henning Adamek, Direktor der Klinik für Gastroenterologie. Dabei wird ein flexibles Endoskop über den After in den Darm eingeführt, um die Darmschleimhaut zu beurteilen. „Auf Wunsch kann eine leichte Sedierung erfolgen, sodass die Untersuchung möglichst angenehm verläuft“, so der Experte. Auffällige Veränderungen wie Polypen können häufig direkt während der Untersuchung entfernt werden.
Eine Behandlung im Krankenhaus ist vor allem dann erforderlich, wenn bereits ein konkreter Krankheitsverdacht besteht oder weiterführende Diagnostik und Therapie notwendig sind. „In solchen Fällen ist unser Darmkrebszentrum eine kompetente Anlaufstelle für Betroffene“, so Adamek. Der erfahrene Kliniker ist zudem Regionalbeauftragter der Stiftung LebensBlicke, die sich für die Darmkrebsvorsorge engagiert.
Darmkrebszentrum mit geballter Expertise
„Prävention beginnt nicht erst in der Arztpraxis – sie fängt schon beim Lebensstil an“, betont Dr. Jasmina Hahn. Denn alltägliche Gewohnheiten beeinflussen maßgeblich das persönliche Darmkrebsrisiko. „Wer sich regelmäßig bewegt, ein gesundes Gewicht hält und sich ausgewogen ernährt, kann sein Risiko deutlich senken“, erklärt die Spezialistin. Die größten beeinflussbaren Risikofaktoren sind Bewegungsmangel, Übergewicht und eine ballaststoffarme Ernährung mit viel verarbeitetem Fleisch.
Wer eine Darmkrebsdiagnose erhält, findet im Darmkrebszentrum am Klinikum Leverkusen eine Behandlung nach höchsten Qualitätsstandards. „Dies bescheinigt unter anderem die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft, auf die wir sehr stolz sind“, sagt Professor Dr. Nico Schäfer. Ein immenser Vorteil ist die Einbettung in das Onkologische Zentrum des Großkrankenhauses, das Expertise von Krebs-Fachleuten aus vielen verschiedenen Bereichen bündelt – darunter Gynäkologische Onkologie, Uroonkologie und Hämatologie.
Je nach Bedarf kommen Operationen, Chemo- oder Strahlentherapien sowie moderne medikamentöse Verfahren zum Einsatz. Bei operativen Behandlungen setzt das Fachteam des Darmkrebszentrums auf minimalinvasive und roboterassistierte Verfahren mit dem Da-Vinci-System. „Gerade im sensiblen Bereich des Darms ermöglicht uns diese moderne Chirurgie eine besonders präzise und damit schonende Behandlung“, erklärt Schäfer. „So besteht eine gute Chance auf Heilung oder zumindest Linderung, ohne die Patientinnen und Patienten zu stark zu strapazieren.“ Dies gilt auch für operative Eingriffe bei Metastasen – insbesondere in Leber und Lunge –, die in den meisten Fällen gut entfernt werden können.
Die Behandlung endet jedoch nicht mit dem medizinischen Eingriff. Psychoonkologische Begleitung, Sozialberatung und die Vermittlung von Selbsthilfeangeboten sind fester Bestandteil des Versorgungskonzepts und tragen zu einer umfassenden Betreuung der Patientinnen und Patienten bei. „Wir tun alles, um Betroffene zu unterstützen, ihnen ihre Ängste zu nehmen und sie bestmöglich zu versorgen“, fasst Dr. Jasmina Hahn zusammen. Jeder könne aber dazu beitragen, dass es nicht so weit kommt – durch Nikotinverzicht, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und die Nutzung des Vorsorgeangebots.
Viszeralonkologisches Zentrum am Klinikum Leverkusen
