Neues Kindernotarzt-Team in Leverkusen

11.05.2026
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Freuen sich über den Start des Kindernotarzt-Teams (v. l.): Dr. Anja Mitrenga-Theusinger (Medizinische Geschäftsführerin Klinikum Leverkusen), Dr. Dejan Vlajnic (Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche), PD Dr. Christoph Adler (Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin), Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Eva Klein (Kinderärztin u. Notfallmedizinerin), Manuela Weigelt (Fachkinderkrankenschwester), Thomas Kresse (Leiter Feuerwehr Leverkusen), Joachim von Beesten (Björn Steiger Stiftung) und Katharina Albanese (Notfallpflegerin).

Um die Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, haben sich das Klinikum Leverkusen, die Berufsfeuerwehr Leverkusen und die Björn Steiger Stiftung zusammengeschlossen. Das gemeinsame Ziel: Kindern und Jugendlichen helfen – schneller, strukturierter und mit hochspezialisierter Expertise. Ab sofort unterstützt deshalb ein Kindernotarzt-Team die präklinische Versorgung der schwer erkrankten oder verletzten jungen Patientinnen und Patienten.
 

Lebensbedrohliche Ereignisse wie schwere Unfälle, Reanimationen oder akute Atemwegsprobleme treten bei Kindern vergleichsweise selten auf. Ihre Versorgung stellt Rettungsdienste und Notfallmediziner aber vor besondere Herausforderungen, da sie spezielles medizinisches Wissen und Erfahrung erfordern. Mit einem von der Björn Steiger Stiftung finanzierten und zum Transport von Personal und medizinischer Ausrüstung optimal ausgebauten Sonderfahrzeug fahren in Leverkusen ab sofort speziell ausgebildete Kinderärztinnen und -ärzte zu Einsätzen. Die Alarmierung erfolgt über die Feuerwehr Leverkusen, in deren Alarm- und Ausrückeordnung das neue Team des Klinikums fest integriert ist. „Das Kindernotarzt-Team wird durch unsere Leitstelle zu allen Notfällen mit Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre zusätzlich alarmiert, bei denen auch ein regulärer Notarzt eingesetzt wird“, sagt der Leiter der Feuerwehr Thomas Kresse.

Zweiergespann aus Medizin und Pflege

Stationiert wird das Fahrzeug an der Zentralen Notaufnahme des Klinikums, wo das Einsatzteam aus den Reihen des Großkrankenhauses bei einer Alarmierung in kürzester Zeit starten kann. Gebildet wird es stets von einer Fachärztin oder einem Facharzt der Kinderheilkunde mit der Zusatzweiterbildung Notfallmedizin und einer speziell qualifizierten Pflegefachkraft. „Dieses Zweiergespann verfügt über das nötige Know-how für eine rasche und hochspezialisierte Erstversorgung von Kindern in kritischen Situationen“, sagt Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche, der das Projekt im vergangenen Jahr zusammen mit zwei Kollegen initiiert hat: Michael Stunz, Intensivmediziner und ärztlicher Leiter des städtischen Rettungsdienstes, sowie Dr. Christoph Adler, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin. „Mit dem neuen Konzept optimieren wir die Notfallversorgung junger Patientinnen und Patienten deutlich“, unterstreicht Adler.

„Nur aufgrund der guten Zusammenarbeit zwischen allen drei Projektbeteiligten konnte das Kindernotarzt-Team in so kurzer Zeit realisiert werden“, betont Stefan Hebbel, Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen. „Ich bin stolz darauf, dass Leverkusen eine der wenigen Städte in Deutschland ist, die für Kinder und Jugendliche eine derartige Notfallversorgung bieten können.“ Und diese Notfallversorgung geht bis über die Stadtgrenzen hinaus: „Unter anderem fährt unser Team nach Köln, wenn es dort zu lebensbedrohlichen Situationen kommt“, sagt Dr. Christoph Adler. In den ersten Tagen des Projekts habe es auch bereits Einsätze im Kreis Mettmann und im Rheinisch-Bergischen Kreis gegeben.

Stiftung finanziert Betrieb des Fahrzeugs

„Die Versorgung schwerkranker Kinder ist seit vielen Jahren ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit“, erklärt Joachim von Beesten, Geschäftsführer Innovation und Sonderfahrzeuge bei der Björn Steiger Stiftung. „Wenn ein Kind lebensbedrohlich erkrankt oder verletzt ist, braucht es so früh wie möglich spezialisierte Expertise. Dafür gibt es den Baby-Notarztwagen und ab sofort in Leverkusen das Sonderfahrzeug für das Kindernotarzt-Team.“ Die Björn Steiger Stiftung übernimmt die gesamten Kosten für Anschaffung und Betrieb des Fahrzeugs in dem zunächst zweijährigen Projektzeitraum. 

In einer ersten Phase wird das Fahrzeug aktuell von Montag bis Freitag zwischen 7:30 Uhr und 15:30 Uhr eingesetzt – bei Bedarf auch für die Verlegung schwerkranker Kinder zwischen verschiedenen Kliniken. Perspektivisch ist eine Ausweitung der Einsatzzeiten vorgesehen. Um den Mehrwert solcher Systeme für die Versorgungsqualität sichtbar zu machen und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung zu gewinnen, will die Björn Steiger Stiftung die Einsätze wissenschaftlich auswerten.