Pflegefachassistenz-Kurs am Klinikum Leverkusen: Erste Gruppe beendet erfolgreich Teilzeit-Ausbildung

30.04.2026
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Die erfolgreichen Teilzeitkurs-Absolventinnen mit Nicole Jordy (Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, 2. v. l.), Matthias Klimkait (Pflegedirektor, 5. v. l.), Frank Möller (Leiter der Pflegeschule, Bildmitte), Carsten Ludwig (ehem. Leiter der Pflegeschule, 4. v. r.) und Kursleiterin Petra Mennekes (3. v. r.).

Er ist eine besondere Chance für Menschen in Lebenssituationen, in denen es schwierig ist, eine Ausbildung zu absolvieren: Im November 2024 startete an der Pflegeschule des Klinikums Leverkusen erstmals ein Pflegefachassistenz-Kurs in Teilzeit. Das Modell bietet mehr Freiraum für die Organisation des Alltags – etwa für Alleinerziehende oder Menschen, die ein Familienmitglied pflegen. Der Premierenkurs ist nun erfolgreich zu Ende gegangen. 16 Absolventinnen wurden am Donnerstagmittag im Rahmen einer Feierstunde im Beisein offizieller Gäste geehrt.


Pflegefachassistenzkräfte unterstützen Patientinnen und Patienten bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Nahrungsaufnahme und bei der Mobilisation. Auch die Messung von Vitalzeichen, die Unterstützung bei der Medikamentengabe sowie die Beobachtung des Gesundheitszustands gehören zu ihrem Aufgabengebiet. Damit entlasten sie die generalistisch ausgebildeten Pflegefachkräfte – unter anderem im Krankenhausalltag.

Kürzere Ausbildungstage bei identischem Inhalt

Seit 2023 bietet das Bildungszentrum des Klinikums Leverkusen den einjährigen Ausbildungsgang Pflegefachassistenz an. Bereits ein Jahr später gab es die Möglichkeit, diese Qualifikation über 18 Monate in Teilzeit zu erlangen. Entstanden ist das Angebot in Kooperation des Klinikums mit dem Netzwerk W, bestehend aus der Agentur für Arbeit, der Stadt Leverkusen und dem Jobcenter AGL, das berufliche Wiedereinstiege fördert.

„Viele Teilnehmende sind alleinerziehend oder sind durch andere familiäre Verpflichtungen stark eingebunden“, sagt Lehrkraft Petra Mennekes, die den ersten Teilzeitkurs geleitet hat. „Für sie war die Ausbildung ein willkommenes Angebot, das sie mit ihrem restlichen Alltag gut unter einen Hut bekamen.“ Die Inhalte, die den Teilnehmenden vermittelt wurden, waren dabei identisch mit denen der Vollzeitkurse. „Lediglich die Unterrichts- und Arbeitszeit war auf sechs Stunden pro Tag begrenzt“, so Petra Mennekes.

„Einmalige Chance bei uns in der Region“

Am Donnerstagmittag zelebrierten das Klinikum und sein Pflegeschulteam die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen – im Rahmen einer Feierstunde auf dem Campus am Schlebuscher Gesundheitspark. Unter den Gästen befanden sich auch Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Institutionen, die sich sehr über den vielfachen Erfolg freuten. „Eine komplette Ausbildungsklasse in Teilzeit, das ist eine derzeit einmalige Chance bei uns in der Region“, sagte Dr. Dagmar Wirthmann, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Zusammen mit ihren Kolleginnen Antje Winterscheidt und Fabienne Herrmann hat sie im Netzwerk W(iedereinstieg) das Klinikum bei diesem bemerkenswerten Projekt unterstützt. „Durch die Teilzeitausbildung bekommen gerade auch Berufsrückkehrende und Menschen mit Familienpflichten eine Chance, sich qualifiziert und damit nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren“, so die Überzeugung der Netzwerk-W-Akteurinnen.

Nicole Jordy, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, unterstreicht: „Die Teilzeit-Berufsausbildung ist eine hervorragende Möglichkeit, Menschen, die eine Vollzeit-Ausbildung nicht stemmen können, die Chance auf eine solide Basis zu geben. Gerade im Gesundheitswesen werden viele Fachkräfte gebraucht – durch die Teilzeit-Berufsausbildung wird hier ein Potenzial erschlossen, das bislang viel zu wenig beachtet wurde.“

„Mit der Teilzeitausbildung reagiert das Klinikum zielgenau auf die unterschiedlichen Bedarfe des Arbeitsmarktes und zeigt als Arbeitgeber Flexibilität“, betont Alexander Lünenbach, Beigeordneter für Bürger, Umwelt und Soziales, der sich im interkommunalen Austausch für dieses Projekt eingesetzt hat. „Gleichzeitig wird die Gesundheitsversorgung in unserer Stadt durch diese innovative Ausbildungsform nachhaltig gestärkt.“

Nächster Kursstart im November

„Die Idee, in unserem Bildungszentrum einen Kurs für diese besondere Zielgruppe anzubieten, hat uns von Anfang an überzeugt“, sagt Matthias Klimkait, Pflegedirektor am Klinikum. „Die große Resonanz hat schnell gezeigt: Hier steckt viel Potenzial, das wir gemeinsam heben können.“ Umso mehr freue es ihn, dass die Absolventinnen diesen Weg erfolgreich gegangen sind. „Sie haben sich – oft in einer Lebenssituation, in der eine Ausbildung nicht leicht zu organisieren ist – eine echte berufliche Perspektive erarbeitet.“ Gleichzeitig gewinne der Pflegesektor engagierte neue Kolleginnen und Kollegen, so Klimkait. „Davon profitieren am Ende alle.“

Nachdem im vergangenen November ein Vollzeitkurs startete, wird es im kommenden November den nächsten Teilzeitkurs geben. Die Bewerbungsphase läuft bereits. Weitere Infos dazu – und auch zu allen anderen Kursangeboten im Bildungszentrum des Klinikums – finden sich auf klinikum-lev.de/ausbildung-studium.