Stillen. Deine Superkraft.
28.09.2026Muttermilch ist Nahrung, Schutz und Nähe zugleich – und gerade für sehr früh oder krank geborene Babys von besonderer Bedeutung. Anlässlich der Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober 2026 rückt das Klinikum Leverkusen deshalb die Bedeutung des Stillens und der Muttermilchernährung in den Mittelpunkt. Als „Babyfreundliche Perinatalklinik“ und Perinatalzentrum Level 1 begleitet das Eltern-Kind-Zentrum Familien von der Schwangerschaft bis über die Entlassung hinaus.
Muttermilch ist mehr als Nahrung
„Stillen. Deine Superkraft.“ lautet das Motto der diesjährigen Weltstillwoche. Tatsächlich leistet der weibliche Körper dabei Erstaunliches: Muttermilch ist in ihrer Zusammensetzung optimal auf die Bedürfnisse des Babys abgestimmt, leicht verdaulich und verändert sich mit seiner Entwicklung. In den ersten Lebensmonaten liefert sie alle wichtigen Nährstoffe und versorgt das Kind zugleich mit wertvollen Abwehrstoffen, die sein noch unreifes Immunsystem unterstützen. Der enge körperliche Kontakt beim Stillen fördert außerdem Nähe und Bindung zwischen Mutter und Kind.
Auch für die Mutter kann Stillen gesundheitliche Vorteile haben. Es unterstützt unter anderem die Rückbildung der Gebärmutter nach der Geburt und kann langfristig das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs senken.
Dass Stillen eine natürliche Fähigkeit ist, bedeutet allerdings nicht, dass es von Anfang an selbstverständlich funktionieren muss. „Stillen darf gelernt werden. Keine Stillgeschichte verläuft genauso wie die andere“, sagt Sandra Tydecks, Still- und Laktationsberaterin IBCLC am Klinikum Leverkusen. „Manche Mütter brauchen nur einen kleinen Impuls, andere mehr Zeit und Begleitung. Uns ist wichtig, Frauen gut zu informieren, ihnen Sicherheit zu geben und gemeinsam einen Weg zu finden, der zu ihnen und ihrem Baby passt.“
Dabei steht immer die individuelle Familie im Mittelpunkt. Mütter, die nicht oder nicht ausschließlich stillen möchten oder können, werden ebenso wertschätzend begleitet. Dazu gehört beispielsweise die Anleitung zur bindungsfördernden Flaschenfütterung, bei der enger Körperkontakt, das Wahrnehmen der kindlichen Signale und ein ruhiges, bedürfnisorientiertes Füttern im Mittelpunkt stehen.
Auch auf der Wochenbettstation unterstützt das interdisziplinäre Team Familien individuell beim Stillen und bei der Versorgung ihres Babys. „Am Anfang war ich noch ziemlich unsicher, ob die Milch reicht,“, erzählt Begüm, die gerade ihr erstes Kind bekommen hat. „Die Stillberaterinnen hat sich viel Zeit genommen und mir ganz praktisch gezeigt, was ich ausprobieren kann. Dadurch bin ich schnell sicherer geworden und kann das Stillen jetzt viel entspannter angehen.“
Für Frühgeborene besonders wertvoll
Eine besondere Bedeutung bekommt Muttermilch, wenn ein Kind deutlich zu früh oder krank zur Welt kommt. Für diese besonders empfindlichen Neugeborenen ist Humanmilch ein wichtiger Bestandteil der Versorgung. Sie wird gut vertragen und kann dazu beitragen, das Risiko für Infektionen und bestimmte Komplikationen der Frühgeburtlichkeit zu verringern.
Im Perinatalzentrum Level 1 des Klinikums Leverkusen gehört die Muttermilchernährung deshalb fest zum Versorgungskonzept. Auf der grundsanierten Kinderintensivstation E1 steht dafür eine eigene Milchküche zur Verfügung. Dort wird Muttermilch unter streng hygienischen Bedingungen für Frühgeborene aufbereitet. Auch Spendermilch kommt zum Einsatz, wenn die Mutter noch keine oder nicht ausreichend eigene Milch bilden kann.
„Für ein sehr kleines Frühgeborenes ist Humanmilch weit mehr als nur Nahrung. Sie ist ein wichtiger Baustein unserer medizinischen Versorgung“, erklärt Thilo Mohns, Leiter des Departments Neonatologie. „Wenn die Milch der eigenen Mutter noch nicht ausreichend zur Verfügung steht, ist gespendete Humanmilch für uns deshalb eine wertvolle Möglichkeit.“
Das Klinikum Leverkusen ist hierfür Teil des Kooperationsnetzwerks Humanmilchbanken Nordrhein-Westfalen. Darüber können Früh- und Neugeborene bei Bedarf mit geprüfter Spendermilch versorgt werden. Gleichzeitig können Mütter, die mehr Muttermilch produzieren, als ihr eigenes Kind benötigt, ihre überschüssige Milch an die Humanmilchbank spenden, so dass sie anderen besonders schutzbedürftigen Neugeborenen zugutekommt.
Stillen braucht Unterstützung
Damit Mütter ihren eigenen Stillweg finden können, stehen ihnen im Klinikum drei hauptamtliche Still- und Laktationsberaterinnen zur Seite. Sie begleiten Familien auf der Wochenbettstation und in der Neonatologie, beraten bei individuellen Fragen und Schwierigkeiten und bieten bereits vor der Geburt Informationsveranstaltungen an. Auch nach der Entlassung gibt es regelmäßige Möglichkeiten für Beratung und Austausch.
Denn gute Stillbedingungen entstehen nicht allein durch die Mutter. Auch die übrigen Familienmitglieder sowie das persönliche Umfeld können unterstützen, entlasten und Sicherheit geben. Diesen Gedanken greift das Klinikum mit der ergänzenden Botschaft „Da sein. Deine Superkraft.“ für die Partner:innen auf.


