Kinderurologie

Unser Team der Kinderurologie kümmert sich um Kinder mit Erkrankungen und Fehlbildungen im Harn- und Geschlechtstrakt. Der vertrauensvolle und kindgerechte Umgang mit unseren jungen Patient:innen ist uns dabei sehr wichtig. Für Sie sind Oberarzt Dr. Konrad Lang und Facharzt Dr. Simon Kampf feste Ansprechpartner und ausgewiesene Experten.

Angeborene Fehlbildungen des Urogenitaltrakts treten bei 3 bis 6 von 1.000 Neugeborenen auf. In enger Zusammenarbeit mit den Kolleg:innen der Kinderklinik ist eine rasche Diagnostik und ggf. Einleitung der Therapie möglich. In einigen Fällen (z.B. Harnröhrenklappen) ist die direkte Therapie notwendig, in vielen Fällen sind aber auch engmaschige Kontrollen sinnvoll.

Diagnose

Je nach Krankheitsbild führen wir verschiedene Untersuchungen durch. Dabei erklären wir den Kindern und Eltern stets wie der Ablauf ist und warum wir was tun. Uns ist es wichtig, Ängste aufzufangen und zu den jungen Patient:innen Vertrauen aufzubauen. Neben einer körperlichen Untersuchung führen wir oft auch Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen durch. Mit Hilfe von Miktionsprotokollen können die Patient:innen ihr Trink- und Toilettenverhalten dokumentieren.

Da es in der Kinderurologie einige seltene Erkrankungen/Fehlbildungen gibt, ist in diesen Fällen ggf. eine Anbindung und Therapie in einem spezialisierten Zentrum notwendig. Nach Durchführung der Initialdiagnostik, vermitteln wir gerne den Kontakt zu weiterbehandelnden Zentren in der Region, um die bestmögliche Therapie zu ermöglich.

Therapie

Die Vorhautverengung (Phimose)

Die Phimose ist eine Verengung der Vorhaut, die nur selten aus medizinischen Gründen operativ versorgt werden muss.

Wichtig ist es, zwischen einer physiologischen Verengung ohne Beschwerden und einer Verengung mit Beschwerden zu unterscheiden (z.B. wiederkehrende Entzündungen, narbige Einrisse).

  • Bei Beschwerdefreiheit besteht eine hohe Spontanheilungsrate. Hier sollte bis zu einem Alter von ca. 14 Jahren abgewartet werden, ob es zu einer Spontanheilung kommt. Erst bei einer anhaltenden Verengung, wäre nun eine Therapie indiziert
  • Wenn allerdings Beschwerden auftreten, besteht auch in jüngerem Alter die Indikation zur Therapie. Zunächst erfolgt ein konservativer Therapieversuch mit einer kortisonhaltigen Salbe. Falls darunter keine ausreichende Besserung auftritt, wäre nun die operative Beschneidung indiziert.

Wir führen an der Klinik für Urologie nur medizinisch indizierte Beschneidungen durch, eine Beschneidung aus anderen Gründen (z.B. rituell) kann bei uns aus Kapazitätsgründen nicht durchgeführt werden.

Der Leistenhoden

Wenn sich der Hoden eines Jungen entweder zeitweise oder dauerhaft außerhalb des Hodensacks befindet, spricht die Kinderurologie von einer Lageanomalie. Sie ist unbehandelt oft der Grund für die Unfruchtbarkeit des Mannes. Die Hoden entstehen bei Embryos in Höhe der Nieren im Bauchraum. Im Verlauf der Schwangerschaft wandern sie in den Hodensack hinab. Wenn der Hoden den natürlichen Abstieg nicht vollständig vollzogen hat, handelt es sich um einen Hodenhochstand. Eine Abweichung des Wegs nennt man Hodenektopie. Durch eine Operation kann der fehlgeleitete Hoden im Hodensack fixiert werden.

Der Wasserbruch (Hydrozele)

Bei der natürlichen Wanderung in den Hodensack wird der Hoden von einer fingerförmigen Ausstülpung begleitet (Processus vaginalis). Bei unvollständigem Verschluss ergießt sich Körperflüssigkeit in die Hodenhüllen und kann in seltenen Fällen sogar einen Vorfall des Darms in die Ausstülpung auslösen. Bei der Operation kann der kindliche Leistenbruch (Processus vaginalis) abgetragen und am inneren Leistenring dicht verschlossen werden.

Krampfader am Hoden (Varikozele)

Der Hodenbruch ist eine krampfadernähnliche Erweiterung der Hodenvene im Samenstrang, die zu Unfruchtbarkeit führen kann. Er sollte bei Kindern operativ beseitigt werden, wenn er stark ausgeprägt ist und bereits zu einer Verkleinerung des Hodens geführt hat.

Wiederkehrende Harnwegsinfekte

Bei Harnwegsinfektionen steht zunächst eine kinderurologische Basis-Diagnostik mit genauer Anamnese, körperlicher Untersuchung, Urinprobe, Ultraschall, Miktionsprotokoll sowie ggf. einer Harnflussmessung (Uroflowmetrie) mit Aufzeichnung der Beckenbodenaktivität auf dem Programm.

Die Beckenboden-EMG (Beckenboden-Elektromyographie) ist ein diagnostisches Verfahren zur Erkennung nervlich oder durch Muskelerkrankungen bedingter Funktionsstörungen der Harnentleerung (Miktionsstörungen). Bei Blasenfunktionsstörungen gehören Miktionsprotokolle zur Diagnostik sowie konservative Methoden wie das Biofeedbacktraining zur Standardtherapie der Klinik. Die instabile Blasenmuskulatur bei der kindlichen Drangkontinenz (Urge-Syndrom) kann auch medikamentös (mit Anticholinergika) behandelt werden. Das Ziel der konservativen Methoden ist es, die antibiotische Behandlung möglichst zu vermeiden.

Das kindliche Einnässen (Enuresis)

Die Harninkontinenz bei Kindern wird in eine Tages- (Enuresis diurna) und eine nächtliche Form (Enuresis nocturna) unterteilt. Das Einnässen kann genetisch bedingt sein (primäre Enuresis) oder erworben sein (sekundäre Enuresis). Die Diagnostik besteht aus denselben Elementen wie bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten (s.o.). In der Behandlung des nächtlichen Einnässens stehen eine psychologische Therapie (Verhaltens- und Problemanalyse, apparative Verhaltenstherapie mit Weckgeräten, Motivationstherapie, Blasenkontrolle) sowie die medikamentöse Therapie zur Wahl.

Bei der meist sehr komplexen Symptomatik ist bei der Therapie oft Geduld gefragt, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen.

Der Reflux

Der vesikoureterale Reflux ist ein Rückfluss von Harn aus der Blase durch die Harnleiter zurück bis in die Nieren. Zur Refluxdiagnostik zählen Urinproben, Urinkulturen, Ultraschall, bildgebende Verfahren sowie urodynamische Untersuchungen. In der Therapie bietet die Klinik für Urologie die schonende endoskopische Unterspritzung der Harnleitermündungsstellen in der Blase an.

Hypospadie und Epispadie

In der Harnröhre treten angeborene Fehlbildungen auf, die dazu führen, dass die Harnröhre entweder auf der Unterseite (Hypospadie) oder auf der Oberseite des Penis (Epispadie) austritt. Die Harnentleerung des Jungen wird erschwert, da der Harnstrahl nach oben, unten oder hinten zeigt. Die Fehlmündung der Harnröhre und die begleitende Fehlbildung des Penis werden operativ korrigiert.

Die Nierenbeckenabgangsenge

Wenn der Übergang vom Nierenbecken zum Harnleiter zu eng ist, staut der Urin im Nierenbecken zurück. In der Regel erfolgen engmaschige Kontrollen. Bei zeigt sich hier sonographisch beispielsweise eine Verkleinerung des Nierengewebes ist eine weitere Diagnostik notwendig. Hier kommt eine Nierenfunktionsszintigraphie zum Einsatz. Sollte eine Operationsindikation bestehen wird dann die zu enge Passage entfernt und der Harnleiter neu in das Nierenbecken eingenäht. Je nach Alter können wir die laparoskopische (Schlüssellochtechnik) roboterassistierte-Nierenbeckenplastik als Therapie anbieten.

Sprechstunden und Ambulanzen

Termine für stationäre Aufenthalte

Für eine stationäre Aufnahme vereinbaren Sie den Termin für gesetzlich und privat Versicherte bitte über das Patientenmanagement unserer Klinik.


Telefon 0214 13-2122
Telefax 0214 13-2057
ZPM.urologie@klinikum-lev.de

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Terminvergabe unter Telefon 0214 13-2122 oder online über Doctolib

  • Uroonkologische Tumor-Sprechstunde
    Krebserkrankungen an Niere, Nebenniere, Blase, Prostata, Hoden und Penis
  • Zweitmeinungs-Sprechstunde
  • Prostata-Sprechstunde 
    Gutartige Prostataerkrankung/BPH
  • Harnstein-Sprechstunde
  • Andrologische Sprechstunde
    Potenzstörungen, männliche Unfruchtbarkeit
  • Kinderurologische Sprechstunde
  • Harninkontinenz-Sprechstunde im Beckenbodenzentrum Leverkusen
  • Allgemeine KV-Sprechstunde

 

Zum Termin sind mitzubringen:

  • Überweisung vom behandelnden Urologen oder Kinderarzt (ausgenommen Privatsprechstunde)
  • Medizinische Unterlagen (Befunde, Medikamentenliste, Allergiepass, etc., sofern vorhanden)
  • Dolmetscher, Betreuer etc. falls erforderlich
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Terminvergabe für die Privatsprechstunde über das Sekretariat der Klinik unter Telefon 0214 13-2389 oder online über Doctolib.

Zum Termin sind mitzubringen:

  • Medizinische Unterlagen (Befunde, Medikamentenliste, Allergiepass, etc., sofern vorhanden)
  • Dolmetscher, Betreuer etc. falls erforderlich

Unsere Expert:innen

Dr. Konrad Lang
Dr. Konrad Lang
Geschäftsführender Oberarzt
Telefon: 0214 13-2389
konrad.lang@klinikum-lev.de
Dr. Simon Kampf
Facharzt
Telefon: 0214 13-2389
simon.kampf@klinikum-lev.de