Kinderpalliativstation am Klinikum Leverkusen: Die Zeitinsel feiert ersten Geburtstag

08.07.2026
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Stießen mit einigen Gästen auf das erste Jahr der Zeitinsel an (v. l.): Thomas Eimermacher (1. Vorsitzender des Fördervereins), Simone Vogel und Katja Dörr vom Stationsleitungsteam, Dr. Anja Mitrenga-Theusinger (Medizinische Geschäftsführerin), Dr. Dejan Vlajnic, Frédéric Brandenburg vom Stationsleitungsteam und Pflegedirektor Matthias Klimkait.

Zum einjährigen Bestehen der Kinderpalliativstation hat das Team vor Ort eine kleine Feier organisiert. Im Garten der Zeitinsel, wie die besondere Einrichtung im Leverkusener Gesundheitspark heißt, kamen dafür am Dienstagnachmittag sowohl Mitarbeitende als auch aktuelle und ehemalige Patientinnen und Patienten mit ihren Familien zusammen. Vor genau einem Jahr – am 7. Juli 2025 – startete der Betrieb der Station. Dies nahm man zum Anlass für einen ersten Rückblick.
 

Mit einer großen Festzelt-Veranstaltung hat das Klinikum Leverkusen im vergangenen Jahr sein „Herzensprojekt“ offiziell eröffnet. Ende August war dafür eine Vielzahl geladener Gäste nach Schlebusch gekommen; unter ihnen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Projektbotschafter Guido Cantz sowie einige Großspenderinnen und Großspender. Am selben Tag waren all jene, die den Bau der Kinderpalliativstation finanziell unterstützt haben oder dessen Betrieb noch unterstützen wollen, auf ein Getränk und einen Imbiss in den Stationsgarten eingeladen. Bereits rund zwei Monate zuvor war der erste Patient in eines der sechs Zimmer aufgenommen worden – ein großer Moment, auf den das neu formierte Versorgungsteam monatelang hingearbeitet hatte. Jetzt wurde im kleinen Kreis der nächste Meilenstein gefeiert.

„Wir haben in unserem ersten Jahr 72 Patientinnen und Patienten betreut“, berichtete Katja Dörr aus dem Stationsleitungsteam. Die meisten davon kamen aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, vereinzelt auch aus Hessen und Baden-Württemberg. Das große Einzugsgebiet überrascht nicht: Die Zeitinsel ist seit ihrer Eröffnung erst die dritte Kinderpalliativstation in Deutschland. Entsprechend hoch ist der Bedarf an einer hochspezialisierten Versorgung für Kinder und Jugendliche mit schweren oder lebensverkürzenden Erkrankungen. Insgesamt gingen im ersten Jahr knapp 120 Anfragen für Aufenthalte ein.

„Dieses Konzept hat sich bewährt“

In dem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Kinderklinik arbeitet ein multiprofessionelles Team aus Medizin, Pflege und Therapie eng zusammen. Gemeinsam versorgen die Fachleute ihre Patientinnen und Patienten mit geballter Expertise. Und eben viel Ruhe: Bis zu sechs Wochen verbringen die Kinder und Jugendlichen in der Station – eine Zeit, in der die individuelle Situation genau analysiert wird, Bedürfnisse festgestellt werden und Maßnahmen entwickelt werden, die der Patientin oder dem Patienten einen Mehrwert für das weitere Leben bieten. „Besonders ist, dass wir dabei alle Familien – also Eltern und Geschwister – eng einbinden“, betonte Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche und ärztlicher Leiter der Station. „Dieses Konzept hat sich bewährt.“

Das jüngste Kind, das der Mediziner und sein Team im ersten Jahr versorgt haben, war gerade einmal drei Wochen alt, der älteste Patient 26 Jahre. Entsprechend breit ist auch das Spektrum der Krankheitsbilder: Häufig leiden die Patientinnen und Patienten unter Lungen-, Herz- und Hirnerkrankungen, oft sind auch mehrere Organe gleichzeitig erkrankt. Ziel der Behandlung ist es, belastende Symptome wie Schmerzen oder Luftnot zu lindern. Darüber hinaus hat auch die psychologische Betreuung in der Zeitinsel einen hohen Stellenwert.

Spenden sichern das Versorgungskonzept

Das Zusammenspiel der Teammitglieder unterschiedlicher Fachbereiche – vom Kinderkrankenpfleger bis zur Ergotherapeutin – begeistert Dr. Dejan Vlajnic jeden Tag aufs Neue, wie er verriet: „Durch die hohe Professionalität und den engagierten Einsatz des Teams ist es uns tatsächlich in allen Fällen gelungen, das Leid der Kinder zu lindern und konkrete Hilfe zu leisten.“ Dass es viele dankbare Rückmeldungen von Eltern gegeben habe, zeige, dass das Klinikum Leverkusen etwas sehr Wertvolles geschaffen hat. „Es unterstreicht, wie immens wichtig ein stationäres Angebot dieser Art ist“, so der verantwortliche Arzt.

Da wesentliche Bestandteile des Versorgungskonzepts nicht von den Krankenkassen finanziert werden, bleibt die Zeitinsel dauerhaft auf Spenden angewiesen. „Wir sind unendlich dankbar dafür, dass wir bisher auf viel wohltätiges Engagement aus Leverkusen und weit darüber hinaus zählen durften“, sagte Vlajnic. „Unsere Hoffnung ist, dass diese Unterstützung auch nach dem ersten Jahr anhält und uns ermöglicht, noch vielen weiteren Kindern und ihren Familien zu helfen.“