Spannende Einblicke in die Arbeit des Kreißsaals im Klinikum Leverkusen
30.10.2026Zwei Monate lang tauschte Alexandra Stadler ihren Studienalltag in Österreich gegen einen praktischen Einsatz in Schlebusch. Die 23-Jährige wollte bewusst über den eigenen Tellerrand hinausblicken – und nimmt viele Eindrücke und Erfahrungen mit zurück nach Hause.
Alexandra Stadler stammt ursprünglich aus dem Waldviertel in Niederösterreich und studiert seit September 2024 an der Fachhochschule für Gesundheitsberufe in Linz. Schon zu Beginn ihres Studiums stand für sie fest: Einen Teil ihrer praktischen Ausbildung möchte sie unbedingt in Deutschland absolvieren. Ihr Ziel war es, unterschiedliche Arbeitsweisen in der Geburtshilfe kennenzulernen, theoretisches Wissen mit der Praxis zu verbinden und zugleich persönlich über sich hinauszuwachsen.
Bei ihrer eigenen Recherche im Internet und auf Social Media stieß sie auf das Klinikum Leverkusen. Das Perinatalzentrum Level 1, dessen „Babyfriendly“-Ausrichtung und insbesondere der Hebammenkreißsaal weckten ihr Interesse. Ein virtueller Rundgang auf der Website des Klinikums ermöglichte ihr sogar, den Kreißsaal schon vor ihrer Anreise kennenzulernen. „Auch die anschließende Kontaktaufnahme und Organisation des Praktikums war sehr positiv“, berichtet die Studentin.
Begleitung von Risikoschwangerschaften gehörte dazu
Während ihres zweimonatigen Einsatzes in Leverkusen wurden ihre Erwartungen „mehr als erfüllt“, wie sie selbst sagt: „Ich wurde herzlich aufgenommen und konnte Einblicke in unterschiedliche Bereiche erhalten – von der Betreuung schwangerer Frauen auf Station über ambulante Kontrollen bis hin zur Begleitung von Geburten.“ Spannend sei für sie unter anderem auch die Geburtsanmeldung gewesen. Einen Dienst lang konnte sie diesen Bereich kennenlernen und die Anmeldungen gemeinsam mit einer Kollegin durchführen. Der Fokus lag allerdings auf der praktischen Geburtshilfe und deren Vorbereitung. Aufgrund des Status des Klinikums als Perinatalzentrum Level 1 gehört dazu auch die Begleitung von Risiko- und Mehrlingsschwangerschaften sowie von Frühgeburten.
„Wertvoll war für mich insbesondere, die praktischen Abläufe bei Komplikationen wie Eklampsie oder Blutungen mitzuerleben“, sagt Alexandra Stadler. Dabei habe sie im Klinikum Leverkusen vor allem die enge interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Hebammen, medizinischer Geburtshilfe, Gynäkologie, Anästhesie, Pädiatrie und Pränatalmedizin beeindruckt. Besonders positiv blickt die künftige Hebamme auf das Miteinander ihrer direkten Kolleginnen zurück. So habe sie verschiedene Herangehensweisen und Betreuungsstile kennenlernen und wertvolle Impulse für ihre eigene berufliche Entwicklung sammeln können.
Klinikum bildet seit 2020 selbst Hebammen aus
Auch für das Klinikum-Team war der Einsatz der Österreicherin, die zuvor bereits praktische Einsätze in ihrer Heimat absolviert hatte, eine besondere Erfahrung. „Es ist schon etwas sehr Außergewöhnliches, dass wir das Interesse einer Studentin aus dem Ausland wecken“, freut sich Janina Kraus aus dem Hebammen-Leitungsteam. „Da Alexandra eine andere Perspektive mitgebracht hat, konnten wir auch von ihr lernen.“ Die Erkenntnisse würden bei der Gestaltung der eigenen Hebammenausbildung helfen, die am Klinikum seit dem Jahr 2020 angeboten wird. „Es hat uns in jeder Hinsicht viel Freude bereitet, Alexandra zu begleiten.“
Nun geht es für die Studentin zurück nach Österreich: Mitte November beginnt an ihrer Fachhochschule der Theorieblock des fünften Semesters, außerdem startet sie mit ihrer Bachelorarbeit. Im sechsten Semester steht dann ihr letztes Praktikum in Österreich an. Zwei Monate in Leverkusen bleiben ihr dabei als wertvolle fachliche und persönliche Erfahrung in Erinnerung – und als Begegnung mit vielen Menschen, die sie auf ihrem Weg zur Hebamme ein Stück begleitet haben.
