Blasenkrebs (Blasenkarzinom)

Blasenkrebs entsteht durch bösartig veränderte Zellen in der Harnblase. Männer sind davon doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Erkrankung tritt meist im Lebensalter zwischen 65 und 75 Jahren auf und wird in circa 50 Prozent der Fälle in einem frühen Stadium entdeckt. Dann sind die Heilungschancen gut und die Blase kann in der Regel nach der Tumorentfernung erhalten bleiben. Ist der Blasenkrebs bereits in die Muskelschicht der Blasenwand gewachsen, so muss meist die Blase komplett entfernt werden. Bei bereits vorhandenen Metastasen kann eine Chemotherapie erfolgen.

Zertifiziertes Urologisches Krebszentrum Leverkusen 

Bei uns sind Patient:innen mit der Diagnose Blasenkrebs in besten Händen. Unser interdisziplinäres Team bietet sämtliche moderne Diagnose- und Therapieverfahren zur Behandlung von Blasenkrebs an. Regelmäßig stattfindende Fallkonferenzen in unserem Expertenteam sichern eine bestmögliche Versorgung. Seit 2021 ist unsere Klinik als Urologisches Krebszentrum zertifiziert. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartner:innen aus den Bereichen Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie,  Pathologie und den niedergelassenen Urolog:innen betreuen wir unsere Patient:innen in einem starken Netzwerk auf höchstem Niveau. Darüber hinaus werden sie bei Bedarf vom Sozial- und psychoonkologischen Dienst sowie den Stomatherapeut:innen unterstützt. Weitere Informationen über unser Urologisches Krebszentrum finden sie hier.

Ursachen & Symptome

Mögliche Ursachen für die Entstehung von Blasenkrebs
  • Rauchen
  • Chronische Blasenentzündungen
  • Häufiger Kontakt mit chemischen Substanzen (z. B. Friseur:innen, Lackierer:innen, Maler:innen)
Typisches Symptom
  • Schmerzlose Blutbeimengung im Urin führt zu bräunlicher Verfärbung

Diagnose & Therapie

Moderne Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Wenn Ultraschalluntersuchungen und eine Urinprobe den Verdacht auf Blasenkrebs erhärten, führen wir eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) durch. Dabei wird ein flexibler, dünner Schlauch mit Kamera über die Harnröhre in die Blase eingeführt, um die Blasenwand und Blasenschleimhaut zu untersuchen. Hat der Tumor die Muskelschicht noch nicht befallen (nicht-muskelinvasiver Blasenkrebs), kann er durch eine Blasenspiegelung in Narkose entfernt werden (TUR-Blase).

TUR-Blase mit photodynamischer Diagnostik (PDD)

Unter einer transurethralen Resektion der Harnblase (TUR-Blase) versteht man die Entfernung des Tumors durch die Harnröhre. Um das kranke Gewebe sehr genau von dem gesunden Gewebe unterscheiden zu können, färben wir die Tumorzellen ein. Eine fluoreszierende Substanz (HEXVIX) wird vor dem Eingriff über einen Katheter in die Blase geleitet. Diese nehmen die Tumorzellen stark an und leuchten unter blauem Licht rosa. So heben sie sich farblich deutlich von der gesunden Schleimhaut ab. Dadurch können auch kleine Tumore im Frühstadium gut erkannt und durch eine Ausschälung (Resektion) entfernt werden. Dieses moderne Verfahren setzen wir standardmäßig ein.

Medikamentöse Therapie

Nach der Tumorentfernung durch Ausschälen der Blase können wir ein Mittel in die Blase hineinspritzen, das ein Wiederkehren der Erkrankung verzögern kann. Diese sogenannte Instillationstherapie führen wir in Abhängigkeit vom vorliegenden Blasenkrebs entweder mit dem Chemotherapeutikum Mitomycin oder mit dem Bakterium BCG durch. Da das BCG-Bakterium seit mehreren Jahren durch Lieferengpässe schwer zu erhalten ist, wenden wir die neue Therapiemethode HIVEC an.

HIVEC (Hyperthermische Intra-Vesikale Chemotherapie)

Studien haben gezeigt, dass das Chemotherapeutikum Mitomycin unter Erhöhung der Temperatur auf 40 Grad vergleichbare Ergebnisse wie die Gabe des BCG-Bakteriums erzielt. Als eine von wenigen Kliniken bundesweit bieten wir diese innovative Therapie bereits seit 2021 an.

Operative Entfernung der Blase

Ist der Tumor in die Muskelschicht oder Blasenwand gewachsen (muskelinvasiver Blasenkrebs), ist die komplette Entfernung der Blase notwendig. Bei einigen Patient:innen führen wir bereits vor der Operation eine Chemotherapie durch (neoadjuvante Chemotherapie). Damit der Urin nach Entfernung der Blase aufgefangen und abgeleitet werden kann, muss eine andere Form der Harnableitung geschaffen werden.

Inkontinente Harnableitung Ileum-Conduit

Das Ileum Conduit ist eine Art „künstlicher Blasenausgang“. Dabei wird ein relativ kurzes Segment aus dem eigenen Dünndarm isoliert. Die Harnleiterenden werden nun mit diesem Darmsegment verbunden, so dass der Urin durchfließen kann. Das andere Ende des Darmsegments wird durch die Bauchdecke ausgeleitet und mit der Haut vernäht. Dieser künstliche Ausgang (Stoma) ist mit einem Auffangbeutel für den Urin verbunden, der unter der Kleidung nicht sichtbar und für die Patient:innen leicht zu handhaben ist.

Kontinente Harnableitung Neo-Blase

Mit der Neo-Blase wird im Körperinneren eine künstliche Blase aufgebaut, die die Funktion des entfernten Organs ersetzt. Ein längeres Segment des Dünndarms wird im Bauchraum zu einer neuen Blase konstruiert, in die dann die Harnleiter eingenäht werden. Der Dünndarm muss wieder vernäht, die Neo-Blase mit den Harnleitern und der Harnröhre verbunden werden. Dadurch liegt sie an gleicher Stelle wie die ursprüngliche Harnblase. Die Konstruktion der neuen Blase wird an anderen Kliniken standardmäßig außerhalb des Körpers durchgeführt. Am Klinikum Leverkusen können wir sie bereits während der Operation mit dem roboterassistierten da Vinci® System im Bauchraum (intrakorporal) konstruieren.

Roboterassistierte Operation

An spezialisierten Zentren wie unserem werden die Operationen minimalinvasiv mit dem roboterassistierten Operationssystem da Vinci® durchgeführt. Durch kleine Schnitte werden die feinen, durch Roboterarme gehaltenen Instrumente in den Bauchraum eingeführt. Eine Kamera sorgt für die zehnfache Vergrößerung des Bauchinneren in naturgetreuer, dreidimensionaler Form und bietet den Operateur:innen beste Einsicht in das Operationsfeld. Den Patienten wird die Harnblase mit der Prostata und den Samenblasen entfernt, wobei hier so nervenschonend wie möglich vorgegangen wird, um die Erektionsfähigkeit zu erhalten. Patientinnen entfernen wir mit der Harnblase meist auch die Gebärmutter, Eierstöcke und die vordere Scheidenwand. Die sorgfältige Entfernung von Lymphdrüsen ist für den Genesungsprozess mit entscheidend. Anschließend wird aus einem Dünndarmsegment das Ileum-Conduit oder die Neo-Blase im Bauchraum genäht.
Weitere Informationen zur roboterassistierten Chirurgie am Klinikum Leverkusen erhalten Sie hier.

Nach dem Klinikaufenthalt

Wir sind während und auch nach dem Klinikaufenthalt mit unseren Kooperationspartnern an Ihrer Seite, um Ihnen eine gute Rehabilitation zu ermöglichen.

Mehr Informationen finden Sie auf unseren Seiten des Urologischen Krebszentrums Leverkusen.

Weitere Informationen über Blasenkrebs finden Sie hier:

Deutsche Krebsgesellschaft

Unsere Expert:innen

Priv.-Doz. Dr. Daniel Porres
Priv.-Doz. Dr. Daniel Porres
Direktor der Klinik Urologie
Telefon: 0214 13-2389
urologie@klinikum-lev.de
Dr. Tobias Kowalke
Dr. Tobias Kowalke
Leitender Oberarzt
Telefon: 0214 13-2389
tobias.kowalke@klinikum-lev.de