Harnröhrenverengung: dauerhafte Behandlung durch Harnröhrenplastik

Eine Harnröhrenverengung (Harnröhrenstriktur) kann den Harnstrahl abschwächen, das Wasserlassen erschweren und wiederkehrende Infektionen verursachen. Kommt die Enge nach einer endoskopischen Behandlung erneut, ist eine Harnröhrenplastik häufig die nachhaltigere Lösung. In unserer Sektion für Prothetik und rekonstruktive Urologie sind wir auf diese anspruchsvollen Rekonstruktionen spezialisiert.

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Typische Symptome einer Harnröhrenverengung

  • Schwacher, verzweigter oder abgelenkter Harnstrahl.
  • Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung oder Restharn.
  • Häufiges Wasserlassen oder Pressen beim Wasserlassen.
  • Wiederkehrende Harnwegs- oder Nebenhodenentzündungen.
  • Im fortgeschrittenen Fall: Harnverhalt – Wasserlassen ist nicht mehr möglich.

 

Wie entsteht eine Harnröhrenverengung?

Harnröhrenverengungen entstehen durch Vernarbungen. Auslöser können Entzündungen, Verletzungen – zum Beispiel nach einem Beckentrauma –, Katheter oder endoskopische Eingriffe sowie frühere Operationen sein. Häufig bleibt die genaue Ursache unklar. Lage und Länge der Engstelle bestimmen, welches Verfahren am besten geeignet ist.

Warum wiederholte Schlitzungen selten dauerhaft helfen

Eine endoskopische Schlitzung (Urethrotomie) ist ein vergleichsweise kurzer Eingriff und kann beim ersten Auftreten in ausgewählten Situationen sinnvoll sein. Tritt die Engstelle jedoch erneut auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Rezidivs sehr hoch. Zusätzliche Narben können die spätere Rekonstruktion erschweren. Deshalb prüfen wir bei wiederkehrenden Engen frühzeitig, ob eine definitive Harnröhrenplastik sinnvoll ist.

Harnröhrenplastik mit körpereigenem Gewebe

Bei der Urethroplastik wird die vernarbte Engstelle entfernt oder eröffnet und die Harnröhre rekonstruiert. Für längere Engen eignet sich körpereigene Mundschleimhaut besonders gut: Sie wird während der Operation aus der Wangeninnenseite entnommen, ist robust und an eine feuchte Umgebung angepasst.

End-zu-End-Anastomose

Bei kurzen Engen kann der vernarbte Abschnitt entfernt und die gesunden Enden der Harnröhre direkt wieder miteinander verbunden werden.

Mundschleimhaut-Transplantat

Bei längeren Engen wird die Harnröhre mit einem Transplantat aus der Wangeninnenseite plastisch erweitert.

Präputialgraft / Vorhauttransplantat

Bei bestimmten penilen Engen oder wenn Mundschleimhaut nicht die beste Option ist, kann körpereigenes Gewebe aus der Vorhaut verwendet werden.

Mehrzeitige Rekonstruktion

Sehr komplexe oder mehrfach voroperierte Befunde werden bei Bedarf in mehreren geplanten Operationsschritten rekonstruiert.

Optilume – minimalinvasive Behandlung für ausgewählte Engen

Ergänzend bieten wir mit Optilume einen medikamentenbeschichteten Ballonkatheter an. Dabei wird die Engstelle über die Harnröhre aufgedehnt; gleichzeitig wird ein Wirkstoff freigesetzt, der einer erneuten Vernarbung entgegenwirken soll. Das Verfahren kommt vor allem für ausgewählte, meist kürzere Engen infrage. Ob Optilume für Sie geeignet ist, entscheiden wir nach der Diagnostik gemeinsam mit Ihnen. Derzeit wird die Behandlung mit Optilume nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Warum eine Behandlung durch erfahrene Spezialisten sinnvoll ist

Rekonstruktive Eingriffe gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen der Urologie. Häufig entscheidet die Erfahrung des Operateurs maßgeblich über den langfristigen Behandlungserfolg. Deshalb sollten diese Operationen möglichst in einer spezialisierten Klinik durchgeführt werden.

Im Klinikum Leverkusen werden Patientinnen und Patienten mit rekonstruktiven Erkrankungen von einem erfahrenen Team betreut – von der ersten Beratung über die Diagnostik und Operation bis zur langfristigen Nachsorge. Durch die Spezialisierung unserer Sektion können wir auch bei komplexen rekonstruktiven Fragestellungen unterschiedliche Behandlungsverfahren anbieten und individuell auf Ihre Situation abstimmen.

  • Individuelle Therapieplanung
    Nicht jedes Verfahren eignet sich für jeden Patienten. Wir entwickeln ein Behandlungskonzept, das zu Ihrem Befund und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.
  • Moderne Operationsverfahren
    Wir setzen etablierte rekonstruktive Verfahren und hochwertige Implantatsysteme nach aktuellem medizinischem Standard ein.
  • Alles aus einer Hand
    Diagnostik, Beratung, Operation und Nachsorge erfolgen an einem Standort und werden eng aufeinander abgestimmt.
  • Persönliche und diskrete Betreuung
    Gerade bei sensiblen Themen sind Vertrauen, Zeit für Gespräche und Diskretion für uns selbstverständlich.
  • Hohe Expertise
    Unsere Klinik behandelt regelmäßig Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland mit komplexen rekonstruktiven Fragestellungen.

 

Operation, Ablauf und Erholung

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Die Operationsdauer richtet sich nach Lage, Länge und Komplexität der Verengung. Nach der Operation schützt für eine gewisse Zeit ein Blasenkatheter die rekonstruierte Harnröhre. Vor dem Entfernen kontrollieren wir in der Regel mit einer Röntgenuntersuchung, ob die Harnröhre dicht verheilt ist. Die Entnahmestelle an der Wange heilt meist rasch und unkompliziert.

Häufige Fragen zur Harnröhrenverengung

Warum nicht einfach erneut schlitzen?

Bei wiederkehrenden Engen führt eine erneute Schlitzung häufig nur zu einer vorübergehenden Besserung. Eine Harnröhrenplastik zielt darauf, die Engstelle dauerhaft zu rekonstruieren.

Warum wird Mundschleimhaut verwendet?

Mundschleimhaut ist robust, gut durchblutet und an feuchte Umgebung angepasst. Sie hat sich für rekonstruktive Eingriffe an der Harnröhre bewährt.

Beeinträchtigt die Entnahme das Sprechen oder Essen?

In den ersten Tagen kann die Wange empfindlich sein. Sprechen und Essen sind meist rasch wieder normal möglich; bleibende Beeinträchtigungen sind selten.

Gibt es auch ein minimalinvasives Verfahren?

Für ausgewählte, meist kürzere Engen kann Optilume eine Option sein. Ob das Verfahren geeignet ist, hängt vom individuellen Befund ab.

Wie lange muss der Katheter liegen?

Das hängt vom eingesetzten Verfahren ab und kann von einigen Tagen bis zu wenigen Wochen reichen. Vor dem Entfernen prüfen wir, ob die Harnröhre sicher verheilt ist.

Bleibt die Erektions- und Ejakulationsfähigkeit erhalten?

Ziel der Rekonstruktion ist der Funktionserhalt. Mögliche Auswirkungen hängen von Lage und Ausmaß der Verengung ab und werden im Aufklärungsgespräch besprochen.

So begleiten wir Sie

Am Anfang steht eine ausführliche Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde. Wir sichten vorhandene Befunde, klären Ihre Beschwerden und besprechen, welche weitere Diagnostik sinnvoll ist. Anschließend erhalten Sie eine individuelle Empfehlung – einschließlich möglicher Alternativen, Chancen und Risiken.

  1. Termin in der Spezialsprechstunde vereinbaren.

  2. Vorbefunde und Medikamentenliste mitbringen.

  3. Gezielte Diagnostik und persönliche Beratung.

  4. Gemeinsame Entscheidung über das passende Verfahren.

  5. Operation und strukturierte Nachsorge am Klinikum Leverkusen.

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Mitbringen zum Termin
Bitte bringen Sie – sofern vorhanden – aktuelle urologische Befunde, OP-Berichte, Medikamentenliste, Allergiepass sowie relevante Bildgebung oder Arztbriefe mit. 

Unser Experte

Dr. Leonidas Karapanos
Oberarzt, zertifizierte Beratungsstelle der Dt. Kontinenzgesellschaft
Telefon: 0214 13-2389
leonidas.karapanos@klinikum-lev.de
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