Harninkontinenz beim Mann – wirksame operative Lösungen
Unfreiwilliger Urinverlust nach einer Prostataoperation kann den Alltag stark belasten – und lässt sich häufig gut behandeln. Am Klinikum Leverkusen bieten wir das gesamte Spektrum der modernen Inkontinenzchirurgie des Mannes an: das männliche Band, das verstellbare ATOMS-System und den künstlichen Schließmuskel. Gemeinsam wählen wir das Verfahren, das am besten zu Ihrem Befund und Ihren persönlichen Anforderungen passt.
Belastungsinkontinenz beim Mann: Ursachen und Diagnostik
Die häufigste Ursache ist eine Schwächung des Schließmuskels nach einer radikalen Prostataentfernung, zum Beispiel bei Prostatakrebs. Seltener entsteht eine Belastungsinkontinenz nach anderen Eingriffen, Bestrahlung oder Nervenschädigungen. Typisch ist Urinverlust bei Belastung – etwa beim Husten, Niesen, Heben oder Aufstehen.
Bevor wir eine Operation empfehlen, klären wir Form und Schweregrad der Inkontinenz sorgfältig ab. Dazu können unter anderem Vorlagentest, Blasenspiegelung und Blasendruckmessung gehören.
Unsere Behandlungsverfahren im Überblick
Männliches Band (male Sling / AdVance Xp)
Das Band wird unter der Harnröhre platziert und unterstützt ihre natürliche Position. Es benötigt keine mechanische Bedienung und eignet sich vor allem bei leichter bis mittelschwerer Inkontinenz, wenn noch eine Restfunktion des Schließmuskels vorhanden ist.
ATOMS – das adjustierbare Kontinenzsystem
Beim ATOMS-System stützt ein flüssigkeitsgefülltes Silikonkissen die Harnröhre. Über einen kleinen Port im Hodensackbereich kann das System nach der Operation individuell nachjustiert werden – ohne erneuten operativen Eingriff. Es ist vor allem für leichte bis mittelschwere Belastungsinkontinenz vorgesehen.
Künstlicher Schließmuskel (AMS 800)
Bei schwerer Belastungsinkontinenz ist der künstliche Schließmuskel ein etabliertes Standardverfahren. Eine mit Flüssigkeit gefüllte Manschette umschließt die Harnröhre und hält sie verschlossen. Zum Wasserlassen wird die Manschette über eine kleine Pumpe im Hodensack vorübergehend geöffnet; anschließend schließt sie sich wieder.
Welches Verfahren ist das richtige?
Die Auswahl richtet sich unter anderem nach der Stärke des Urinverlusts, einer möglichen Vorbestrahlung, der Handfunktion und Ihren persönlichen Wünschen. Als grobe Orientierung gilt:
- Leichte bis mittlere Inkontinenz: männliches Band oder ATOMS können infrage kommen.
- Mittlere Inkontinenz mit Wunsch nach späterer Nachjustierbarkeit: ATOMS kann eine geeignete Option sein.
- Schwere Inkontinenz oder Zustand nach Bestrahlung: häufig kommt ein künstlicher Schließmuskel infrage.
Ablauf, Aufenthalt und Erholung
Die Eingriffe erfolgen in Vollnarkose und dauern meist ein bis zwei Stunden. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel wenige Tage. Der künstliche Schließmuskel und häufig auch das ATOMS-System werden erst nach einer Heilungsphase von einigen Wochen aktiviert beziehungsweise eingestellt. Wir zeigen Ihnen die Bedienung ausführlich und begleiten Sie in der Nachsorge.
Mögliche Risiken
Wie bei allen Implantaten bestehen Risiken wie Infektion, Erosion – also ein Druckschaden an der Harnröhre – oder mechanisches Versagen. Durch sorgfältige Auswahl des Verfahrens, sterile Standards und operative Erfahrung versuchen wir, diese Risiken möglichst gering zu halten. Ihre individuelle Situation besprechen wir vor dem Eingriff ausführlich.
Warum eine Behandlung durch erfahrene Spezialisten sinnvoll ist
Rekonstruktive Eingriffe gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen der Urologie. Häufig entscheidet die Erfahrung des Operateurs maßgeblich über den langfristigen Behandlungserfolg. Deshalb sollten diese Operationen möglichst in einer spezialisierten Klinik durchgeführt werden.
Im Klinikum Leverkusen werden Patientinnen und Patienten mit rekonstruktiven Erkrankungen von einem erfahrenen Team betreut – von der ersten Beratung über die Diagnostik und Operation bis zur langfristigen Nachsorge. Durch die Spezialisierung unserer Sektion können wir auch bei komplexen rekonstruktiven Fragestellungen unterschiedliche Behandlungsverfahren anbieten und individuell auf Ihre Situation abstimmen.
- Individuelle Therapieplanung
Nicht jedes Verfahren eignet sich für jeden Patienten. Wir entwickeln ein Behandlungskonzept, das zu Ihrem Befund und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt. - Moderne Operationsverfahren
Wir setzen etablierte rekonstruktive Verfahren und hochwertige Implantatsysteme nach aktuellem medizinischem Standard ein. - Alles aus einer Hand
Diagnostik, Beratung, Operation und Nachsorge erfolgen an einem Standort und werden eng aufeinander abgestimmt. - Persönliche und diskrete Betreuung
Gerade bei sensiblen Themen sind Vertrauen, Zeit für Gespräche und Diskretion für uns selbstverständlich. - Hohe Expertise
Unsere Klinik behandelt regelmäßig Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland mit komplexen rekonstruktiven Fragestellungen.
Häufige Fragen zur Harninkontinenz
Bin ich nach der Operation sofort trocken?
Das hängt vom Verfahren ab. Band und ATOMS können rasch wirken. Ein künstlicher Schließmuskel wird erst nach einer Heilungsphase von einigen Wochen aktiviert. Das endgültige Ergebnis beurteilen wir nach Einstellung und Nachsorge.
Was ist der Unterschied zwischen ATOMS und künstlichem Schließmuskel?
ATOMS stützt die Harnröhre über ein verstellbares Kissen und kann nachjustiert werden. Der künstliche Schließmuskel arbeitet mit einer Manschette, die zum Wasserlassen aktiv über eine Pumpe geöffnet wird.
Sieht oder spürt man das Implantat?
Die Systeme liegen im Körper verborgen. Beim künstlichen Schließmuskel und bei ATOMS ist lediglich ein kleiner Bedien- beziehungsweise Justierteil im Hodensackbereich tastbar.
Kann ich den künstlichen Schließmuskel selbst bedienen?
Ja. Die Pumpe im Hodensack ist für die selbstständige Bedienung vorgesehen. Wir leiten Sie ausführlich an, bis Sie sicher damit umgehen können.
Ist eine Operation auch nach Bestrahlung möglich?
Ja. Nach einer Bestrahlung ist die Auswahl des Verfahrens besonders wichtig; häufig kommt dann ein künstlicher Schließmuskel infrage. Wir beraten Sie individuell.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Bei medizinischer Indikation werden die etablierten Verfahren in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Den konkreten Ablauf klären wir mit Ihnen im Rahmen der Behandlung.
So begleiten wir Sie
Am Anfang steht eine ausführliche Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde. Wir sichten vorhandene Befunde, klären Ihre Beschwerden und besprechen, welche weitere Diagnostik sinnvoll ist. Anschließend erhalten Sie eine individuelle Empfehlung – einschließlich möglicher Alternativen, Chancen und Risiken.
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Termin in der Spezialsprechstunde vereinbaren.
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Vorbefunde und Medikamentenliste mitbringen.
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Gezielte Diagnostik und persönliche Beratung.
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Gemeinsame Entscheidung über das passende Verfahren.
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Operation und strukturierte Nachsorge am Klinikum Leverkusen.
Mitbringen zum Termin
Bitte bringen Sie – sofern vorhanden – aktuelle urologische Befunde, OP-Berichte, Medikamentenliste, Allergiepass sowie relevante Bildgebung oder Arztbriefe mit.
Unser Experte
Telefon: 0214 13-2389
leonidas.karapanos@klinikum-lev.de