Nierenkrebs (Nierenkarzinom)

An Nierenkrebs erkranken jährlich circa 14.000 Patient:innen. Tendenziell sind mehr Männer als Frauen im Alter zwischen 60 und 70 Jahren von der relativ seltenen Krebserkrankung betroffen. Verschiedene Zelltypen können für die bösartige Wucherung der Niere verantwortlich sein. Am häufigsten tritt das Nierenzellkarzinom auf, das von den Zellen der Harnkanälchen ausgeht. Wird der Verdacht auf Nierenkrebs bestätigt, muss der Tumor operativ entfernt werden.

Zertifiziertes Urologisches Krebszentrum Leverkusen 

Bei uns sind Patient:innen mit der Diagnose Nierenkrebs in besten Händen. Unser interdisziplinäres Team bietet sämtliche moderne Diagnose- und Therapieverfahren zur Behandlung von Nierenkrebs an. Regelmäßig stattfindende Fallkonferenzen in unserem Expertenteam sichern eine bestmögliche Versorgung. Seit 2021 ist unsere Klinik als Urologisches Krebszentrum zertifiziert. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartner:innen aus den Bereichen Onkologie, Strahlentherapie, Pathologie, Humangenetik und den niedergelassenen Urolog:innen betreuen wir unsere Patient:innen in einem starken Netzwerk auf höchstem Niveau. Weitere Informationen über unser Urologisches Krebszentrum finden sie hier.

Symptome

Das tückische an Nierenkrebs ist, dass er quasi keine Symptome verursacht. Oftmals wird er zufällig beim Ultraschall im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt entdeckt. Folgende Anzeichen können auftreten

  • Schwellungen der Flanken
  • Schmerzen in den Flanken
  • Blut im Urin

Diagnose

Bildgebende Diagnostik

Bei Verdacht auf Nierenkrebs führen wir bei den Betroffenen zunächst die bildgebende Diagnostik wie Sonographie, Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) durch. Dank modernster Verfahren wird Nierenkrebs meist in einem frühen, und damit häufig therapierbarem Stadium entdeckt.

Biopsie

In seltenen Fällen müssen wir zur Diagnosesicherung eine Biopsie durchführen und Gewebe aus der Niere entnehmen. Dabei führen wir eine Hohlnadel durch die Bauchdecke in den Tumor und stanzen eine Gewebeprobe heraus. Diese wird feingeweblich untersucht und analysiert.

Therapie

Niere bestenfalls erhalten

Grundsätzlich ist unser Ziel organerhaltend zu operieren, also Teile der befallenen Niere zu erhalten. Studien haben gezeigt, dass sich ein möglichst großer Erhalt des funktionierenden Nierengewebes positiv auf die Herzgesundheit der Betroffenen auswirkt. Wird die Niere komplett entfernt, neigen Patient:innen häufiger zu Herzgefäßerkrankungen. Mit Hilfe der roboterassistierten Chirurgie sind wir auf dem Feld der nierenerhaltenden Chirurgie bundesweit Vorreiter.

Operative Tumorentfernung

Die Tumorentfernung der Niere führen wir minimalinvasiv roboterassistiert durch. Mit dem Operationssystem da Vinci® können wir zielsicher die erkrankten Teile der befallenen Niere entfernen. Je nach Lage des Tumors entscheiden wir, ob wir einen Zugang durch die Bauchhöhle (transperitoneal) oder einen Zugang durch den Flankenbereich (retroperitoneal) wählen. Durch kleine Schnitte werden die feinen, durch Roboterarme gehaltenen Instrumente in den Bauchraum eingeführt. Eine Kamera sorgt für die zehnfache Vergrößerung des Bauchinneren in naturgetreuer, dreidimensionaler Form und bietet den Operateur:innen beste Einsicht in das Operationsfeld. So können sie die Instrumente von einer Konsole im OP optimal steuern. Ruckartige Bewegungen gleicht das System aus, die Handbewegungen der Urolog:innen werden dadurch höchst präzise auf die Roboterinstrumente übertragen. Weitere Informationen zur roboterassistierten Chirurgie am Klinikum Leverkusen erhalten Sie hier.

Intraoperativer Ultraschall und FireFly

Das da Vinci®-System ermöglicht es außerdem, während der Operation Ultraschallbilder zu machen, um krankes Gewebe von gesundem abzugrenzen. Durch FireFly, eine sogenannte Fluoreszenztechnologie, können wir durch Einfärbungen die Durchblutung der Gefäße darstellen. Dies ermöglicht, den Blutverlust während der Operation zu verringern und dadurch langfristig die Nierenfunktion zu verbessern.

Offene Operation

Selten sind offenchirurgische Operationen mit einem Bauchschnitt notwendig. Unsere erfahrenen Chirurg:innen führen diese Operation dann durch, wenn Blutgerinnsel vom Tumor in den Nierengefäßen oder der oberen Hohlvene sind.

Radiofrequenzablation

Eine weitere Therapie, die wir zusammen mit unseren Radiologen anbieten, ist die Radiofrequenzablation. Dabei wird das Tumorgewebe durch eine spezielle Nadel über hochfrequente Ströme erhitzt und zerstört. Dieses Verfahren ist für Patient:innen eine Option, die nur einen kleinen Nierentumor haben aber zu schwach für eine operative Therapie sind.

Medikamentöse Therapie

Hat der Tumor bereits Metastasen gestreut, ist eine medikamentöse Therapie wichtig. Bei der sogenannten Immunonkologischen Therapie wird das Immunsystem stimuliert, um Tumorzellen zu erkennen und zu vernichten. 

Nach dem Klinikaufenthalt

Wir sind während und auch nach dem Klinikaufenthalt mit unseren Kooperationspartner:innen an Ihrer Seite, um Ihnen eine gute Rehabilitation zu ermöglichen.

Mehr Informationen finden Sie auf unseren Seiten des Urologischen Krebszentrums Leverkusen

Weitere Informationen über Nierenkrebs finden Sie hier:

Deutsche Krebsgesellschaft

Unsere Experten

Priv.-Doz. Dr. Daniel Porres
Priv.-Doz. Dr. Daniel Porres
Direktor der Klinik Urologie
Telefon: 0214 13-2389
Dr. Klaus Grozinger
Dr. Klaus Grozinger
Leitender Oberarzt
Telefon: 0214 13-2389
klaus.grozinger@klinikum-lev.de
Dr. Tobias Kowalke
Dr. Tobias Kowalke
Oberarzt
Telefon: 0214 13-2389
tobias.kowalke@klinikum-lev.de