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23.07.2019

„Nach 15 Jahren endlich wieder fahrradfahren!“

„Nach 15 Jahren endlich wieder fahrradfahren!“

Die Zahl übergewichtiger und adipöser Menschen hat sich seit 1980 weltweit verdoppelt! Die Zahl der an Diabetes mellitus Erkrankten sogar vervierfacht! Beim Thema „krankhaftes Übergewicht“ (Body Mass Index (BMI) > 40) geht es längst nicht mehr ums Aussehen, sondern um Gesundheitsrisiken und Lebensqualität - und langfristig sogar um Leben und Tod.

Rund 1,3 Mio. Menschen in Deutschland haben bereits Grad III der Adipositas-Erkrankung erreicht, mit 40 kg Übergewicht und mehr. Jeder 4. bis 5. an Adipositas Erkrankte leidet unter Depressionen, sehr viele unter sozialer Ausgrenzung. Hilfe durch eine bariatrische Operation, wie z. B. einen Schlauchmagen oder einen Magenbypass, erhalten jedoch nicht einmal 1 % der Betroffenen. Obwohl eine Operation in diesen Fällen jeder anderen Therapieform überlegen ist. Im Schnitt verlieren Operierte bis zu 80% ihres Übergewichts. Diabetiker brauchen häufig kein Insulin mehr.

Das Adipositaszentrum am Klinikum Leverkusen bietet nun mehr seit 2008 den Patienten mit einem multimodalen Konzept Hilfe und Unterstützung zur Behandlung von extremem Übergewicht (Adipositas) an. Das Konzept reicht von Ernährungsberatung und Sport über psychologische Betreuung bis hin zu medizinischer Beratung und Versorgung. „Wichtig ist uns zunächst, jeden einzelnen Patienten persönlich kennenzulernen und mit ihm gemeinsam Ursachen und Therapiemöglichkeiten der Adipositaserkrankung zu besprechen“, sagt Dr. Angelika Alfes, Leitung des Leverkusener Zentrums. „Anschließend unterstützen wir ihn dabei, eigenständig und selbstbestimmt die notwendigen Schritte für die erforderliche Lebensstiländerung zu unternehmen. Denn nur so kann dann eine Operation langfristig erfolgreich sein“ .

Das Adipositaszentrum wurde jetzt erneut von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) mit dem Zertifikat „Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie“ ausgezeichnet. Das bedeutet, dass das Zentrum eine besonders hohe Behandlungsqualität und hervorragende Expertise auf diesem medizinischen Feld bietet. Klinikdirektor Prof. Dr. Nico Schäfer, Zentrumsleiterin Dr. Angelika Alfes, die gerade zum fünften Mal als FOCUS TOP-Medizinerin in der Adipositaschirugie ausgezeichnet wurde, und das ganze Team des Zentrums freuen sich, dass Professor Dr. H.J. Buhr, Sekretär und Mitglied des Vorstands der DGAV, extra aus Berlin anreist, um die Urkunde in Leverkusen selbst zu überreichen.

Dass all die vorgenannten Zahlen und Statistiken kein stummes mathematisches Modell sind, sondern Menschen aus unserer Mitte betreffen, zeigt der Werdegang von Nicole Jeromin (41 Jahre), die bereits mit 6 Jahren ihre erste Abnehmkur antreten musste und seitdem jahrzehntelang von einer Diät zur nächsten lebte. Am Ende litt sie trotzdem unter einem Gewicht von 190 kg, was einem BMI von 69 kg/m² entspricht, begleitet von einer Bluthochdruckerkrankung.

Im Januar 2019 erhielt sie eine sog. Schlauchmagen-Operation (Sleeve Gastrektomie), seitdem hat sie bereits 53 kg abgenommen und kann auf Blutdruckmedikamente verzichten. Und sie weiß, „dass eine Adipositasoperation für ein schnelleres Sättigungsgefühl sorgt, sie aber selbst aufhören muss zu essen, wenn das Sättigungsgefühl eintritt. Ich bin dabei meinen Lebensstil dauerhaft zu ändern. Die OP ist nicht der Abschluss, sondern ein Meilenstein meiner Behandlung. Das Gefühl, nach 15 Jahren einfach wieder aufs Fahrrad steigen und irgendwohin radeln zu können, ist unbeschreiblich. Diese gewonnene Lebensqualität und -freude möchte ich nie mehr missen.“

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. (DGAV) ist die medizinische Fachgesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie in Deutschland. Sitz der Gesellschaft ist Berlin. Die DGAV hat ca. 5.200 Mitglieder (2017). Mit ihrer Initiative, chirurgischen Abteilungen Zertifikate zu verleihen, möchte die DGAV dazu beitragen, die Qualität in den Kliniken zu verbessert und gleichzeitig transparent zu machen. Für verschiedene chirurgische Erkrankungen und Prozeduren wurden von den zuständigen Arbeitsgemeinschaften nach wissenschaftlichen Vorgaben und klinischer Erfahrung Qualitätsstandards entwickelt. Wenn eine chirurgische Klinik diese Kriterien nachweisen kann, ist davon auszugehen, das hier Chirurgie auf hohem Niveau betrieben wird.

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