100 Tage Kindernotarzt-Team am Klinikum Leverkusen: Erste Bilanz bestätigt hohen Bedarf
07.08.2026Gut drei Monate nach dem Start des Kindernotarzt-Teams blickt das Leverkusener Großkrankenhaus auf die erste Phase des neuen Angebots zurück. Das Zwischenfazit fällt dabei eindeutig aus: In 100 Tagen wurde das Team zu 45 Einsätzen hinzugezogen, bei denen spezialisierte notfallmedizinische Expertise für Kinder benötigt wurde. Zum Beispiel versorgten die Fachleute junge Patientinnen und Patienten mit sehr schweren Verletzungen; in mehreren Fällen wurden sogar Wiederbelebungsmaßnahmen durchgeführt. Dass das Team im Durchschnitt nahezu jeden zweiten Tag ausrückte, belegt den hohen Bedarf und unterstreicht die Bedeutung des Angebots für die Versorgung schwerkranker und verletzter Kinder in Leverkusen und Umgebung.
Neben drei Einsätzen zur intensivmedizinisch begleiteten Verlegung zwischen Kliniken fuhr das Kindernotarzt-Team 42-mal zu einem Notfallort. Dort unterstützte es den regulären Rettungsdienst mit pädiatrischem Fachwissen – also mit spezialisierter Expertise für Kindernotfälle. „Wir stehen den Einsatzteams vor Ort zur Seite“, sagt Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche, „mit Erfahrung in der Kindermedizin sowie praktischem Know-how und der technischen Ausstattung für entsprechende Notfallsituationen.“ Diese seit Ende April bestehende Unterstützung werde von den Rettungsdiensten sehr geschätzt, so Vlajnic, der ebenfalls zur Crew des Kindernotarzt-Teams gehört.
„Kinder benötigen eine medizinische Versorgung, die speziell auf ihre körperlichen und entwicklungsbedingten Besonderheiten abgestimmt ist“, betont Dr. Dejan Vlajnic, Direktor der Klinik für Kinder und Jugendliche. Auch bei der Erstversorgung im Notfall sei die spezialisierte Behandlung oft entscheidend, so Vlajnic, der ebenfalls zur Crew des Kindernotarzt-Teams gehört.
14 Einsätze außerhalb Leverkusens
Gebildet wird das Kindernotarzt-Team von einer Oberärztin oder einem Oberarzt für Kinder- und Jugendmedizin mit Zusatzweiterbildung Notfallmedizin sowie einer speziell qualifizierten Pflegefachkraft. Zehn Mitarbeitende des Klinikums gehören aktuell zum Personalpool für das Team, das im Bedarfsfall über die Leitstelle der Feuerwehr Leverkusen alarmiert wird.
Dass dieses Angebot auch außerhalb Leverkusens stark nachgefragt wird, zeigt die geografische Verteilung der Einsätze: Dreimal wurde das Team in den Rheinisch-Bergischen Kreis gerufen, viermal in den Kreis Mettmann. Siebenmal wurde es im Kölner Stadtgebiet hinzugezogen. „Wir gehen davon aus, dass die Einsatzzahlen weiter steigen werden, sobald sich das Angebot noch stärker etabliert hat“, sagt Dr. Christoph Adler, Direktor der Klinik für Akut- und Notfallmedizin.
Ausbau des Angebots hängt von Spenden ab
Der schon jetzt hohe Bedarf zeigt sich nicht nur an der Zahl der Ausrückungen, sondern auch an den Alarmierungsanfragen, die außerhalb der derzeitigen Einsatzzeiten eingingen: 26 weitere Einsätze hätte das Kindernotarzt-Team absolvieren können, das derzeit montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr bereitsteht. „Unser Ziel ist es, das Angebot schrittweise auszubauen und künftig noch mehr Kinder mit spezialisierter Notfallmedizin zu erreichen“, sagen Dr. Dejan Vlajnic und Dr. Christoph Adler. „Die ersten 100 Tage haben deutlich gezeigt, wie groß der Bedarf daran ist.“
Um dieses Ziel zu erreichen, benötigt das Klinikum zusätzliche finanzielle Unterstützung. Hintergrund ist, dass das Kindernotarzt-Team keine von den Krankenkassen refinanzierte Maßnahme ist. Das Einsatzfahrzeug wird bereits von der Björn Steiger Stiftung zur Verfügung gestellt. Sie übernimmt während der zunächst zweijährigen Projektdauer auch dessen Betriebskosten. Die hohen Personalkosten trägt das Klinikum Leverkusen selbst. Die Verantwortlichen hoffen deshalb auf Spenden und Fördermittel, die das Kindernotarzt-Team nachhaltig stärken – und damit die Notfallversorgung von Kindern in Leverkusen und der Region.
