Offen sprechen über das Tabuthema Inkontinenz
14.06.2026Nachdem das niederschwellige Angebot in den vergangenen beiden Jahren auf großes Interesse gestoßen ist, laden das Klinikum Leverkusen und die Lokalen Informationen nun bereits zum dritten Mal zu einer gemeinsamen Telefonaktion rund um das Thema Inkontinenz ein. Auch in diesem Jahr soll die Aktion dazu beitragen, das Thema aus der Tabuzone zu holen, und Betroffenen den Weg zu professioneller Hilfe aufzeigen. Dafür sind erneut vier Fachleute des zertifizierten Beckenbodenzentrums ganz unkompliziert per Anruf unter 0214/13-1560 erreichbar.
Eine plötzlich auftretende Blasenschwäche oder Probleme mit der Darmkontrolle können den Alltag stark beeinträchtigen. Viele Betroffene leben ständig mit der Sorge, dass es in der Öffentlichkeit zu unangenehmen Situationen kommen könnte. Freizeitaktivitäten, Treffen mit Freunden oder selbst kleine Besorgungen werden deshalb häufig vermieden. Trotz der hohen Zahl an Betroffenen wird Inkontinenz noch immer nur selten offen angesprochen.
Genau hier setzt die Telefonaktion am 15. Juni an. Das Beckenbodenzentrum des Klinikums möchte informieren, beraten und Betroffenen Mut machen, frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten können Beschwerden oft deutlich lindern oder sogar vollständig beheben.
Inkontinenz kann auch soziale Folgen haben
„Viele Menschen sprechen aus Scham nicht über ihre Beschwerden und suchen erst sehr spät medizinische Unterstützung“, erklärt Dr. Verena Prior, Koordinatorin des Beckenbodenzentrums am Klinikum Leverkusen. Dabei könne eine unbehandelte Inkontinenz nicht nur körperliche, sondern auch erhebliche soziale Folgen haben. „Nicht selten ziehen sich Betroffene immer weiter zurück und vermeiden soziale Kontakte.“
Besonders häufig treten Beschwerden im höheren Lebensalter auf. Doch auch jüngere Menschen können betroffen sein – beispielsweise Frauen nach Schwangerschaft und Geburt. Darüber hinaus behandelt das Team des Beckenbodenzentrums auch Patientinnen und Patienten mit Senkungsbeschwerden oder chronischer Verstopfung. „Wir möchten Menschen aller Altersgruppen erreichen und sie ermutigen, sich beraten zu lassen“, betont Prior.
Wichtig sei vor allem, Beschwerden nicht zu lange hinzunehmen. Bereits nach einem ersten Gespräch und einer grundlegenden Untersuchung in einer Hausarztpraxis oder einer gynäkologischen bzw. urologischen Facharztpraxis könne häufig eine geeignete Therapie eingeleitet werden. „Eine frühzeitige Behandlung verbessert dann die Chancen, Symptome zu lindern und eine Verschlechterung zu verhindern“, sagt die Expertin. Oft würden bereits konservative Maßnahmen wie spezielles Beckenbodentraining oder physiotherapeutische Übungen helfen.
Medizinische Eingriffe zum Teil ambulant
Falls weitergehende Therapien notwendig sind, ist das Fachteam des zertifizierten Beckenbodenzentrums am Klinikum Leverkusen eine kompetente Anlaufstelle. Mit modernen operativen und nicht-operativen Verfahren behandelt es betroffene Patientinnen und Patienten nach höchsten Qualitätsstandards. Zum Leistungsspektrum zählen unter anderem Behandlungen mit Botox, das Einsetzen von Bändern oder auch sogenannten Beckenbodenschrittmachern. Viele dieser Eingriffe können inzwischen schonend und teilweise ambulant durchgeführt werden. „Unser Ziel ist es, deutlich zu machen, dass niemand dauerhaft mit diesen Beschwerden leben muss“, unterstreicht Dr. Verena Prior. „Es gibt viele Möglichkeiten, die Lebensqualität spürbar zu verbessern.“
Bei der Telefonaktion, die am Montag von 16 bis 18 Uhr stattfindet, stehen neben Dr. Verena Prior drei weitere Mitglieder aus dem interdisziplinären Team des Beckenbodenzentrums für persönliche Gespräche zur Verfügung:
Dr. Leonidas Karapanos
Oberarzt Klinik für Urologie
Experte für Harninkontinenz
Dr. Alexander di Liberto
Ltd. Oberarzt Klinik für Frauenheilkunde u. Geburtshilfe
Experte für Harninkontinenz
Bodo Kaldowski
Oberarzt Klinik für Allgemein-, Viszeral und Thoraxchirurgie
Experte für Stuhlinkontinenz
Rufen Sie an – am 15. Juni von 16 bis 18 Uhr:
0214/13-1560
Die Aktion erfolgt anlässlich der Welt-Kontinenz-Woche – einer jährlich stattfindenden globalen Aufklärungskampagne, die darauf abzielt, das Bewusstsein für Harn- und Stuhlinkontinenz sowie für Prävention, Diagnose und Therapieformen zu erhöhen.
