Penisverkrümmung (IPP): operative Penisbegradigung

Eine erworbene Penisverkrümmung – medizinisch Induratio penis plastica (IPP) oder Morbus Peyronie – kann Schmerzen verursachen, den Geschlechtsverkehr erschweren und mit einer Erektionsstörung verbunden sein. Wenn die Erkrankung stabil ist, lässt sich die Fehlstellung mit unterschiedlichen Operationsverfahren zuverlässig korrigieren. In unserer Sektion für Prothetik und rekonstruktive Urologie beraten wir Sie diskret und wählen die Technik passend zu Krümmungsgrad, Penislänge und Erektionsfunktion.

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Was ist eine Induratio penis plastica (IPP)?

Bei der IPP verändert sich elastisches Bindegewebe in der Hülle der Schwellkörper, der sogenannten Tunica albuginea, zu festem Narbengewebe. Diese Verhärtungen – Plaques – führen dazu, dass sich der Penis bei der Erektion verkrümmt. Als mögliche Auslöser gelten kleinste wiederholte Verletzungen; bestimmte Begleiterkrankungen können das Risiko erhöhen.

Typische Symptome

  • Tastbare Verhärtung (Plaque) am Penisschaft.
  • Verkrümmung des Penis bei der Erektion.
  • Schmerzen bei der Erektion, vor allem in der aktiven Frühphase.
  • Erschwerter oder nicht mehr möglicher Geschlechtsverkehr.
  • Mögliche zusätzliche Erektionsstörung.

Zwei Krankheitsphasen – wann ist eine Operation sinnvoll?

Die IPP verläuft typischerweise in einer aktiven und einer stabilen Phase. In der aktiven Phase können Schmerzen auftreten und die Verkrümmung kann sich noch verändern. In dieser Zeit wird zunächst konservativ behandelt und der Verlauf beobachtet. Eine Operation wird in der Regel erst erwogen, wenn die Verkrümmung über mehrere Monate stabil und schmerzfrei ist und den Geschlechtsverkehr relevant beeinträchtigt.

Konservative Maßnahmen können Beschwerden lindern. Eine ausgeprägte, stabile Fehlstellung lässt sich jedoch meist nur operativ korrigieren.

Operative Verfahren der Penisbegradigung

Raffung der Gegenseite (Plikatur / Essed-Schröder)

Bei ausreichender Penislänge und gutem Erektionsvermögen wird die längere, gesunde Gegenseite gerafft beziehungsweise verkürzt, bis der Penis begradigt ist. Das Verfahren ist bewährt und zuverlässig. Je nach Ausgangssituation kann es zu einer gewissen Verkürzung kommen; darüber klären wir vorab offen auf.

Plaque-Chirurgie mit Defektdeckung (Incision/Grafting)

Bei ausgeprägter Krümmung oder komplexen Verformungen kann der Plaque eingeschnitten und der entstandene Defekt mit einem Patch gedeckt werden. Dieses Verfahren kann die Penislänge eher erhalten, ist aber technisch anspruchsvoller und setzt in der Regel ein gutes Erektionsvermögen voraus.

Penisbegradigung mit gleichzeitiger Penisprothese

Besteht zusätzlich eine ausgeprägte Erektionsstörung, kann die Begradigung mit der Implantation einer Penisprothese kombiniert werden. So lassen sich beide Probleme in einem Eingriff behandeln.

Ablauf, Aufenthalt und Erholung

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und ist meist mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden. In den ersten Wochen sind Schwellungen möglich. Geschlechtsverkehr ist üblicherweise nach etwa sechs Wochen wieder möglich. Den genauen Ablauf und Ihre persönliche Nachsorge besprechen wir individuell mit Ihnen.

Warum eine Behandlung durch erfahrene Spezialisten sinnvoll ist

Rekonstruktive Eingriffe gehören zu den anspruchsvollsten Bereichen der Urologie. Häufig entscheidet die Erfahrung des Operateurs maßgeblich über den langfristigen Behandlungserfolg. Deshalb sollten diese Operationen möglichst in einer spezialisierten Klinik durchgeführt werden.

Im Klinikum Leverkusen werden Patientinnen und Patienten mit rekonstruktiven Erkrankungen von einem erfahrenen Team betreut – von der ersten Beratung über die Diagnostik und Operation bis zur langfristigen Nachsorge. Durch die Spezialisierung unserer Sektion können wir auch bei komplexen rekonstruktiven Fragestellungen unterschiedliche Behandlungsverfahren anbieten und individuell auf Ihre Situation abstimmen.

  • Individuelle Therapieplanung
    Nicht jedes Verfahren eignet sich für jeden Patienten. Wir entwickeln ein Behandlungskonzept, das zu Ihrem Befund und Ihren persönlichen Bedürfnissen passt.
  • Moderne Operationsverfahren
    Wir setzen etablierte rekonstruktive Verfahren und hochwertige Implantatsysteme nach aktuellem medizinischem Standard ein.
  • Alles aus einer Hand
    Diagnostik, Beratung, Operation und Nachsorge erfolgen an einem Standort und werden eng aufeinander abgestimmt.
  • Persönliche und diskrete Betreuung
    Gerade bei sensiblen Themen sind Vertrauen, Zeit für Gespräche und Diskretion für uns selbstverständlich.
  • Hohe Expertise
    Unsere Klinik behandelt regelmäßig Patientinnen und Patienten aus ganz Deutschland mit komplexen rekonstruktiven Fragestellungen.

 

Häufige Fragen zur Penisbegradigung

Muss eine Penisverkrümmung immer operiert werden?

Nein. In der aktiven Phase wird zunächst konservativ behandelt und der Verlauf beobachtet. Eine Operation ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Verkrümmung stabil ist und den Geschlechtsverkehr beeinträchtigt.

Wird der Penis durch die Operation kürzer?

Bei einer Raffungstechnik kann es je nach Ausgangskrümmung zu einer gewissen Verkürzung kommen. Auch längenerhaltendere Verfahren sind möglich. Welche Technik geeignet ist, hängt vom individuellen Befund ab.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Operation?

In der Regel dann, wenn die Verkrümmung seit mehreren Monaten unverändert und schmerzfrei ist – also in der stabilen Phase der Erkrankung.

Kann eine Erektionsstörung gleichzeitig behandelt werden?

Ja. Bei einer ausgeprägten Erektionsstörung kann die Begradigung mit der Implantation einer Penisprothese kombiniert werden.

Bleibt die Erektionsfähigkeit erhalten?

Ziel ist der Funktionserhalt. Die Wahl der Operationstechnik richtet sich auch nach Ihrer Erektionsfunktion. Mögliche Auswirkungen besprechen wir ausführlich vor dem Eingriff.

Hilft eine Stoßwellen- oder Tablettentherapie?

Konservative Verfahren können vor allem Beschwerden in der aktiven Phase lindern. Eine stabile, ausgeprägte Fehlstellung lässt sich damit meist nicht vollständig begradigen.

So begleiten wir Sie

Am Anfang steht eine ausführliche Vorstellung in unserer Spezialsprechstunde. Wir sichten vorhandene Befunde, klären Ihre Beschwerden und besprechen, welche weitere Diagnostik sinnvoll ist. Anschließend erhalten Sie eine individuelle Empfehlung – einschließlich möglicher Alternativen, Chancen und Risiken.

  1. Termin in der Spezialsprechstunde vereinbaren.

  2. Vorbefunde und Medikamentenliste mitbringen.

  3. Gezielte Diagnostik und persönliche Beratung.

  4. Gemeinsame Entscheidung über das passende Verfahren.

  5. Operation und strukturierte Nachsorge am Klinikum Leverkusen.

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Bitte bringen Sie – sofern vorhanden – aktuelle urologische Befunde, OP-Berichte, Medikamentenliste, Allergiepass sowie relevante Bildgebung oder Arztbriefe mit. 

Unsere Experten

Dr. Leonidas Karapanos
Oberarzt, zertifizierte Beratungsstelle der Dt. Kontinenzgesellschaft
Telefon: 0214 13-2389
leonidas.karapanos@klinikum-lev.de
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