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12.10.2020

„Schaufensterkrankheit“ – die unterschätzte Gefahr

„Schaufensterkrankheit“ – die unterschätzte Gefahr

Das Klinikum Leverkusen bietet ein neues modernes Verfahren an, die Schaufensterkrankheit schonend und effektiv zu behandeln: das Rotarex-Verfahren. Dabei wird der Kalk in den Gefäßen mit einem Mini-Bohrer aufgefräst und abgesaugt.

Es beginnt mit Schmerzen beim Gehen – häufig in den Waden. Diese Schmerzen zwingen einen alle 30 bis 50 Meter stehen zu bleiben, wie bei einem Schaufensterbummel. Deshalb spricht man umgangssprachlich von der „Schaufensterkrankheit“. Obwohl der Begriff harmlos klingt, verbirgt sich dahinter eine häufige und gefährliche Erkrankung: die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), eine Durchblutungsstörung der Beine. Im Extremfall kann sie zum Verlust des betroffenen Beines führen, zu Schmerzen der Beine auch im Ruhezustand und das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt steigt.

Prof. Dr. Thomas Lübke, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie des Klinikums Leverkusen erklärt hierzu, dass in Deutschland ca. 4,3 Millionen Menschen an einer Durchblutungsstörung der Beine leiden. Sie wird entweder durch ein Blutgerinnsel oder durch eine Verkalkung der Gefäße verursacht.

Tablette gegen Kalk?

„Ich bin immer wieder von unseren Patienten gefragt worden, ob wir nicht eine Tablette hätten, die den Kalk in den Gefäßen auflösen könnte, so wie bei der Waschmaschine. Ein solches Medikament gibt es leider nicht. Aber mit unserem neuen Katheter-Verfahren können wir ebenfalls sehr schonend und minimal invasiv die Gefäßverstopfungen beseitigen – ohne Operation und Vollnarkose. Im Gegensatz zur althergebrachten reinen Katheteraufdehnung wird die Verkalkung beim neuen Verfahren nicht nur durch einen Ballon oder einen Metallstent zur Seite an die Gefäßwand gedrückt, sondern über einen kleinen Bohrer aufgefräst und abgesaugt. Hierdurch können auch völlig verschlossene Gefäße wieder durchgängig gemacht werden.“

Bei dem Rotarex-Verfahren (Rotationsthrombektomie) werden mit lokaler Betäubung über eine Punktion der Leiste die etwa zwei Millimeter kleinen Katheter mit dem Mini-Bohrer an der Spitze in das betroffene Gefäß bis zur Verstopfung eingeführt. Unter Röntgenkontrolle beseitigt dann die Mini-Fräse die Verkalkung oder das verstopfende Blutgerinnsel in der Arterie. Gleichzeitig wird das Material dabei abgesaugt und verbleibt nicht im Körper.

Weg mit dem Kalk und dem Blutgerinnsel

„Dieses moderne Verfahren steht uns seit Anfang des Jahres zur Verfügung. Der Vorteil besteht darin, dass nicht nur die Durchblutung der Beine verbessert wird, sondern auch gleichzeitig die Verkalkungen in den Arterien komplett entfernt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass das neue Verfahren ohne Vollnarkose nur mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann, was es für den Patienten viel schonender macht“, erklärt Prof. Dr. Lübke, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie.

Die neue Methode, die bereits seit Anfang des Jahres im Klinikum Leverkusen bei vielen Patienten mit schweren Arterienverkalkungen erfolgreich angewendet wurde, kann dabei in geeigneten Fällen die aufwendigere Bypass-Operation ersetzen.

„Welches Verfahren im Einzelfall für den Patienten das Beste ist, wird in der interdisziplinären Gefäßkonferenz besprochen. Insgesamt hat das neue Verfahren ein hohes Potential, die Häufigkeit und Risiken von z.B. einer medikamentösen Lysetherapie oder von offen chirurgischen Eingriffen zu reduzieren“.

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Aktuelle Besuchsregeln

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